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Berlin: Kinder mit Konzentrationsstörungen leiden nicht unbedingt an ADHS

Berlin : Kinder mit Konzentrationsstörungen leiden nicht unbedingt an ADHS

Besteht der Verdacht, dass ein Kind an einer Aufmerksamkeitsstörung leidet, müssen vor der Behandlung andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Einzelne typische Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) könnten auch auf andere Probleme hindeuten, erläutert Prof. Andreas Warnke von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin. Hat ein Kind zum Beispiel Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, liege das womöglich an einer Entwicklungsstörung wie der Lese- und Rechtschreibschwäche.

Auch organische Beschwerden wie schlechter Schlaf oder eine gestörte Schilddrüsenfunktion sollten ausgeschlossen werden. „Bei Jugendlichen muss auch an eine Suchterkrankung oder psychotische Störung als mögliche Ursache von Verhaltensauffälligkeiten gedacht werden”, sagt Warnke. Ein wichtiger Hinweis auf eine Erkrankung liefere auch die Frage, ob auch die Eltern an ADHS leiden.

Betroffene Kinder müssen oft mit einer Psychotherapie und Medikamenten behandelt werden. Daneben sollten Kindergarten oder Schule und Eltern ausreichend beraten werden, sagt der Experte. Aufmerksamkeitsdefizite seien relativ häufig mit Angststörungen, Depressionen oder Tics verbunden, die bei der Behandlung berücksichtigt werden müssten. Schätzungen zufolge leiden zwei bis drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen an ADHS.