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Berlin: Kinder im Krankenhaus: Gut versorgt, aber schlecht informiert

Berlin : Kinder im Krankenhaus: Gut versorgt, aber schlecht informiert

Kinder werden in deutschen Krankenhäusern gut versorgt, ihre Eltern fühlen sich aber häufig zu wenig in Entscheidungen einbezogen und schlecht informiert.

Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige Krankenhaus-Report der Gmünder-Ersatzkasse (GEK), der am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Schwerpunkt der Studie war die stationäre Behandlung von Kindern. In der Gesamtbevölkerung setzen sich unterdessen bekannte Entwicklungen fort: Klinikaufenthalte werden immer kürzer und dauern im Durchschnitt nur knapp neun Tage. Psychische Krankheiten nehmen zu. Insgesamt werden jedoch wieder mehr Menschen in Krankenhäusern behandelt, nachdem ihre Zahl jahrelang rückläufig war.

Acht Prozent aller Kinder unter 14 Jahren sind mindestens einmal pro Jahr im Krankenhaus. Die drei häufigsten Gründe für die Einweisung von Kindern sind Verletzungen, Mandelentzündungen und -operationen sowie Magen-Darm-Infektionen bei Kleinkindern. Zwei Drittel dieser Kleinkinder waren völlig unzufrieden mit dem Umgang sowie jeweils etwa ein Drittel der Eltern von Kindern mit Verletzungen und Mandelproblemen. Während die Eltern die medizinische Behandlung durchweg als gut beurteilten, fehlten ihnen Informationen und die Einbeziehung in Entscheidungen.

Eigene Verständigungsprobleme spielten dabei keine Rolle. Deutschsprachige Eltern seien unter denen, die die Fragebögen beantwortet hätten, überrepräsentiert, sagte Friedrich-Wilhelm Schwartz vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) in Hannover, das die Untersuchung im Auftrag der GEK vorgenommen hat. Bei den Erwachsenen breiten sich psychische Leiden weiter aus. Jeder zehnte Behandlungstag in einem Krankenhaus wird durch psychische Erkrankungen verursacht, bei Frauen vor allem durch Depressionen.

Bei Männern geht die seelische Erkrankung hingegen am häufigsten auf jahrelangen Alkoholmissbrauch zurück. Laut GEK-Studie führen inzwischen psychische Probleme häufiger zu einem Krankenhausaufenthalt als Kreislauferkrankungen. Die GEK-Krankenhaus-Studie 2008 beruht auf den Daten von 1,6 Millionen GEK-Verischerten. Das entspricht knapp zwei Prozent der Bevölkerung und gibt ein repräsentatives Bild. Für die Kinder-Studie wurden rund 2500 Eltern befragt, deren Kinder zwischen Ende 2006 und Frühjahr 2007 im Krankenhaus waren.