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München: Kardiologenkongress: Schonendere Untersuchungsmethoden vorgestellt

München : Kardiologenkongress: Schonendere Untersuchungsmethoden vorgestellt

Technische Fortschritte bei der Computer- Tomographie (CT) sollen bei Herzerkrankungen künftig schonendere Untersuchungsmethoden ermöglichen.

Eine sogenannte CT-Angiographie könne bei bestimmten Patientengruppen die aufwendigere Untersuchung per Herz-Katheter ersetzen, teilte die Europäische Kardiologengesellschaft (ESC) zum Abschluss ihres Jahrestreffens am Mittwoch in München mit.

Bildgebende Verfahren wie CT und Ultraschall waren das Schwerpunktthema des fünftägigen Kongresses, zu dem mehr als 25 000 Herz-Spezialisten gekommen waren. Nun bedürfe es weiterer Forschung, um die neuen Möglichkeiten der Bildgebung für Herz-Kreislauf- Patienten optimal nützen zu können, sagte Prof. Eckart Fleck, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

Auf dem Kongress wurden für die Mediziner in diesem Jahr Behandlungsrichtlinien („Guidelines”) zu den Themen Herzinfarkt- Behandlung, Herzschwäche, Lungenembolie und Herzmuskel-Biopsien vorgestellt. Außerdem wurden zahlreiche, teils international angelegte Studien präsentiert.

Mit Spannung waren die Resultate der sogenannten SYNTAX-Studie erwartet worden, die Aufschluss darüber geben sollte, ob ein Katheter-Eingriff bei verengten Herzkranzgefäßen ähnlich gute Ergebnisse bringt wie eine Bypass-Operation. Das Ergebnis: Nicht in allen Fällen sind beide Behandlungsmethoden gleichwertig.

Wird das verengte Herzkranzgefäß mit einem per Katheter eingesetzten Stent erweitert, erhöht sich beispielsweise das Risiko, dass nach einem Jahr ein neuerlicher Eingriff notwendig wird. Man könne auch künftig keine klare Empfehlung abgeben, sagte Fleck. „Die Debatte bleibt in Bewegung, beide Interventionsformen haben sich qualitativ in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt.”

Weitere Studien widmeten sich der Prävention von Herz-Kreislauf- Krankheiten. So wurde der Erfolg von Therapien für übergewichtige Kinder ebenso nachgewiesen wie die positiven Effekte von mehr Schulsport für Kinder.