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Juckreiz: Nicht nur bei Hautkrankheiten ein Problem

Juckreiz : Nicht nur bei Hautkrankheiten ein Problem

Ein kitzelndes Haar, ein krabbelndes Insekt auf der Haut - manch ein Juckreiz lässt sich kurzerhand lindern. Der Juckreiz durch einen Insektenstich oder die Berührung mit einer Brennnessel klingt nach wenigen Stunden oder Tagen von selbst wieder ab.

Anders ist es bei chronischem Pruritus: Hält der Juckreiz über Wochen an, ist die genaue Ursache in vielen Fällen unklar. Hinter dem ständigen Bedürfnis, sich zu kratzen, können verschiedene Auslöser stecken.

Juckreiz durch Hautkrankheiten

Sondert die Haut zu wenig Talg ab, wird sie trocken und spröde - und fängt an zu jucken. Ärzte nennen dieses Phänomen Sebostase. Es tritt vor allem durch trockene Heizungsluft im Winter, bei häufigem Baden und als typische Alterserscheinung auf.

Ekzeme werden umgangssprachlich auch Juckflechte genannt: Die Haut ist an der betroffenen Stelle gerötet, schuppig, geschwollen, mit Bläschen überzogen und juckt stark. Die Entzündung entsteht durch eine Allergie, Austrocknung, Keime oder Chemikalien. Auch die klassische Nickelallergie zählt zu den Ekzemen und wird als Kontaktdermatitis bezeichnet.

Lösen Pilze den Juckreiz aus, sprechen Ärzte von einer Mykose. Häufigster Fall: der Fußpilz.

Sebostasen und Ekzeme lassen sich durch eine angepasste Hautpflege oder spezielle Salben und Cremes behandeln. Bei Hautpilzen kommen Tinkturen und Fungizid-Cremen zum Einsatz.

Besonderer Fall: Nesselsucht

Die häufigste Hautkrankheit ist Nesselsucht, von Fachleuten auch Urtikaria genannt. Etwa ein Viertel der Bevölkerung hat bereits einmal eine Nesselsucht durchlebt: Die Haut ist stellenweise gerötet und mit Quaddeln übersät, die stark jucken.

Bei manchen Menschen tritt Nesselsucht aufgrund von Kälte auf, bei anderen sind die Inhaltsstoffe in Kosmetika schuld an der Hautkrankheit. Auch bestimmte Lebensmittel und Stress können die fehlerhafte Immunreaktion der Haut auslösen. Bleiben die Beschwerden länger als sechs Wochen bestehen, sprechen Ärzte von einer chronischen Urtikaria. Allein in Deutschland sind eine Million Menschen von dieser Form betroffen. Sie lässt sich mit Biologika behandeln, was die Entzündungsreaktion hemmt.

Juckreiz durch Organ- und Nervenschäden

Weitere Krankheiten, die von Jucken begleitet sind: 25 bis 50 Prozent der Patienten mit Nierenerkrankungen verspüren einen heftigen Juckreiz, obwohl die Haut keine Veränderungen aufweist. Häufig sind Rücken, Arme und Gesicht betroffen.

Auch bei nahezu jeder Art von Lebererkrankung kommt es zu Juckreiz. Der Pruritus tritt typischerweise an Handinnenflächen und Fußsohlen auf sowie dort, wo die Kleidung auf der Haut aufliegt. Häufig empfinden Patienten den Juckreiz in den frühen Nachtstunden als besonders stark und können ihn durch Kratzen kaum oder gar nicht lindern.

Andere neurologische Erkrankungen bringen ebenfalls juckende Hautreize mit sich, beispielsweise Multiple Sklerose, Parkinson und Schlaganfälle.

Darüber hinaus können bösartige Tumore in Verbindung mit Pruritus stehen: Bei einem malignen Gehirntumor kommt es häufig zu einem Jucken der Nasenlöcher.

(vo)