Düsseldorf: Jedes 100. Kind kommt mit Herzfehler zur Welt

Düsseldorf: Jedes 100. Kind kommt mit Herzfehler zur Welt

Der Bundesverband herzkranker Kinder hat eine bessere Betreuung kranker Kinder und ihrer Familien gefordert.

Die Kinder bräuchten nicht nur gute Chirurgen, sagte Verbandsgeschäftsführerin Hermine Nock am Montag in Düsseldorf. Sie benötigten ebenso wie ihre Familien auch psychologische und sozialrechtliche Unterstützung.

Ähnlich äußerte sich der Düsseldorfer Kinderkardiologe Josef Kahl. Medizinisch würden die Kinder in Deutschland inzwischen gut versorgt. Was jedoch fehle, sei die Integration in den Alltag.

„Herzkranke Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit bekommen, am Sportunterricht teilzunehmen”, forderte Kahl. In vielen Schulen säßen die Kinder nur auf der Bank, weil die Lehrer nicht wüssten, was sie ihnen zumuten könnten.

Laut Nock kommt in Deutschland etwa jedes 100. Kind mit einem Herzfehler zur Welt. Damit gehörten Herzfehler zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen.

Dank des medizinischen Fortschritts überlebe heute ein hoher Prozentsatz der Kinder, sagte der Chefarzt der Kinderherzchirurgie am Klinikum der RWTH Aachen, Jaime Vázquez-Jiménez.

Wenn sie rechtzeitig und umfassend gefördert würden, gelinge den meisten auch ein fast normaler Alltag. Der 5. Mai ist der Tag des Herzkranken Kindes. Er findet in diesem Jahr zum 16. Mal statt.