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Irrtümer aufgedeckt - die größten Mythen zum Thema Fitness

Irrtümer aufgedeckt : Die größten Mythen zum Thema Fitness

Bekommt man von fleißigem Bauchtraining eigentlich ein Sixpack? Gerade in der Fitnesswelt halten sich Mythen oft hartnäckig. Wir stellen die größten Fehlannahmen richtig.

Mythos 1: Je länger das Training, desto besser

Viel hilft viel - auch beim Training? Dieses Gerücht ist bei Sporttreibenden und Abnehmwilligen weit verbreitet. Sie nehmen an, dass ein längeres Training einen über einen längeren Zeitraum gesteigerten Kalorienverbrauch bedeutet und damit auch mehr geschmolzene Kilos oder mehr Muskeln. Inzwischen ist allerdings erwiesen: Beim Abnehmen sowie beim Muskelaufbau kommt es vor allem auf die Intensität des Trainings an. Seriöse Trainingsexperten weisen in Ratgebern darauf hin, anderswo kursieren jedoch Halbwahrheiten. Fakt ist: Beim Gewichtstraining können kurze Einheiten mit Maximalgewicht deutlich bessere Erfolge in Sachen Muskelwachstum erzielen als lange Einheiten mit niedrigem bis moderatem Gewicht.

Auch was Ausdauer und Fettverbrennung betrifft, sind stundenlange Joggingsessions bei moderater Herzfrequenz nicht mehr zwangsläufig der Weg zum Ziel. Das sogenannte HIIT (High Intensity Interval Training) bringt den Körper in kurzer Zeit an seine Leistungsgrenze und steigert sowohl Ausdauer als auch Fettverbrennung schneller und effektiver - oftmals hält die Fettverbrennung bis zu 24 Stunden nach dem Workout an. Beim HIIT wechseln sich kurze, intensive Belastungsphasen bei ca. 85 bis 100 Prozent der maximalen Herzfrequenz mit kurzen Erholungsphasen ab, in denen die Herzfrequenz idealerweise auf 40 bis 50 Prozent des Maximums sinkt. Dauer und Anzahl der Intervalle sind variabel, jedoch sind für ein effektives HIIT-Training 15 bis 20 Minuten meist ausreichend.

Mythos 2: Wer schlank sein will, muss wenig essen

Schlanke, muskulöse Menschen essen wenig - stimmt's? Auch diese Annahme ist ein Irrglaube. Jeder Mensch hat einen individuellen Tagesbedarf an Kalorien, der sich aus seinem Grundumsatz (abhängig von Größe, Geschlecht, Körperbau) und seinem Aktivitätslevel ergibt. Wird dieser Tagesbedarf über einen längeren Zeitraum unterschritten, verliert der Körper an Gewicht, da er Wassereinlagerungen, überschüssiges Fett, manchmal aber auch Muskeln abbaut.

Um Muskelmasse aufzubauen, braucht der Körper stattdessen mehr Kalorien, als er pro Tag umsetzt - bevorzugt in Form von komplexen Kohlenhydraten, wie sie in Naturreis oder Haferflocken stecken, Protein aus Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchten sowie Gemüse und Obst als Ballaststofflieferanten. Natürlich reicht es nicht aus, jeden Tag über dem eigenen Kalorienbedarf zu liegen - so wächst nur Bauch statt Bizeps. Jedoch sorgt ein moderater Kalorienüberschuss (etwa 250 Kalorien) bei gesunder Ernährung gepaart mit regelmäßigem, anspruchsvollem Gewichtstraining sehr viel wahrscheinlicher für einen schlanken, muskulösen Körper als eine eiserne Diät.

Mythos 3: Cardiotraining ist beim Abnehmen ein Muss

Jeden Tag eine Stunde Laufband und die Pfunde purzeln? Ganz so einfach ist es leider nicht. Fakt ist: Cardio trainiert die Ausdauer, ist gut für das Herz-Kreislauf-System und verheizt ordentlich Energie. Allerdings kommt es auch hier auf die Tagesbilanz an: Wer einen Tagesbedarf von 2.000 Kalorien hat, 400 Kalorien auf dem Laufband verbrennt und 2.500 Kalorien konsumiert, nimmt langfristig dennoch zu statt ab - trotz schweißtreibendem Cardio-Workout. Wer Gewicht verlieren möchte, sollte also seinen Tagesbedarf kennen und seine Ernährung daran anpassen. Zum Abnehmen ist ein moderates Defizit von etwa 250 Kalorien weitaus nachhaltiger und gesünder als eine Crash-Diät.

Krafttraining kann übrigens ebenfalls unterstützend wirken: Je mehr Muskelmasse ein Körper hat, desto höher ist sein Grundumsatz, denn Muskelfasern sind im Gegensatz zu Fettzellen aktive Körpermasse. Während einer Diät erhält Training mit Gewichten die Muskeln und sorgt dafür, dass der Grundumsatz stabil bleibt. Falls die Zahl auf der Waage stagniert oder trotz Diät sogar steigt, ist das kein Grund zur Panik: Muskeln sind schwerer als Fett. Aussagekräftiger ist hier ein Maßband - oder der zufriedene Blick in den Spiegel.

(vo)