1. Leben
  2. Gesundheit

Düsseldorf: Heimtraining kann eine sinnvolle Alternative zum Fitnessstudio sein

Düsseldorf : Heimtraining kann eine sinnvolle Alternative zum Fitnessstudio sein

Millionen Deutsche gehen regelmäßig ins Fitnessstudio. Mit Stepper, Hantel und Seilzug hält sich die Bevölkerung in Form. Doch viele Menschen übertreiben es mit dem Training und tragen gesundheitliche Schäden davon.

„Die Belastungserscheinungen und Burnoutfälle häufen sich”, sagt Bernhard Breskewiz, Diplomsportlehrer und Fachbereichsleiter Bewegung beim Deutschen Wellnessverband in Düsseldorf. Er rät insbesondere Anfängern zu moderatem Training. Eine Alternative könne auch ein Workout in den eigenen vier Wänden sein. Das Training sollte man aber unter Anleitung eines professionellen Sportlehrers beginnen.

„Bei vielen Freizeitsportlern dominiert heute ein sinnentleertes Wettbewerbsdenken”, rügt Breskewiz. Die ursprüngliche Idee des Fitnesstrainings, nämlich etwas für das Wohlbefinden zu tun, komme dabei zu kurz. Zudem werde in den Studios vor allem auf die Anzahl der Geräte Wert gelegt, aber immer weniger auf die fachliche Betreuung. ” Die Qualifikation des Studiopersonals hat sich deutlich verschlechtert „, kritisiert der Experte.

Seinen Ursprung hat das Training an Geräten im Leistungssport. „Wer für Wettkämpfe gezielt einzelne Muskelpartien stärken will, für den sind Geräte ideal”, sagt Breskewiz. Das Gleiche gilt für Rehabilitationspatienten, beispielsweise bei Aufbauübungen nach einer Hüftoperation.

Freizeitsportler brauchen im Prinzip kein isoliertes Training. „Um in Form zu bleiben und das Wohlbefinden zu fördern, kommt man praktisch ohne Geräte aus”, erklärt Breskewiz. Denn statt sich im Fitnessstudio auf ein Laufband zu stellen, kann man auch im Wald oder Stadtpark seine Runden drehen.

Wer seine Ausdauer lieber im heimischen Fitnessraum trainieren möchte, muss mit erheblichen Kosten rechnen. ” Ein gutes Laufband kostet etwa 20.000 Euro „, sagt Breskewiz. Auch Kraftsportgeräte seien selten unter 4000 Euro zu haben. Ein Tipp sind seinen Angaben nach Gebrauchtbörsen im Internet: Dort seien günstigere Geräte erhältlich, die von den innovationsorientierten Fitnessstudios frühzeitig ausrangiert wurden.

Wer sich das Geld sparen will, kann Beweglichkeit, Koordination und Kraft auch mit wenigen Hilfsmitteln trainieren. „Eine Sprossenwand, ein Springseil, Thera-Bänder und ein Gymnastikball - mehr braucht man eigentlich nicht”, sagt Breskewiz und fügt hinzu: „Viel wichtiger als die Geräte sind allerdings die Trainingsstunden mit einem professionellen Sportlehrer oder Physiotherapeuten.”

So ist gewährleistet, dass man die Übungen richtig ausführt und Überlastungen vermeidet. ” Nach ein paar Einheiten kann man sein Workout dann alleine machen „, sagt Breskewiz. Er rät, sich bei der Suche nach einem geeigneten Betreuer Zeit zu lassen. „Nicht jeder, der sich Personal Trainer nennt, ist ein guter Sportlehrer”, betont er. Gerade im Fitnessbereich seien die Qualifikationskriterien sehr undurchsichtig.

Der Deutsche Wellness Verband vermittelt eigenen Angaben zufolge qualifiziertes Fachpersonal.