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Heilbronn: Hautpflege mit Salz: Antibakterielle Wirkung gegen Akne und Schuppen

Heilbronn : Hautpflege mit Salz: Antibakterielle Wirkung gegen Akne und Schuppen

Nach einem Tag am Meer scheint die Haut zu knistern. Über und über ist sie mit glitzernden Salzkristallen besetzt. Nachdem man sich die weißliche Kruste vom Leib gewaschen hat, fühlt sich der ganze Körper ungewöhnlich weich und zart an.

„Die Salzkristalle im Meer und am Strand haben eine leicht peelende Wirkung und befreien die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen”, erklärt Bernd Salzer, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen in Baden-Württemberg. Die Solelösung weiche die Haut außerdem intensiver auf als reines Wasser und sorge so für eine samtige Körperhülle.

Aber auch eine heilende Wirkung wird dem Salz nachgesagt. „Es wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und kann so helfen, erkrankte Hautpartien zu bessern”, sagt Salzer. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Akne oder Schuppenflechte würden von Dermatologen daher auch mit Sole behandelt.

Auch im heimischen Badezimmer kann man sich die positiven Eigenschaften des Salzes zunutze machen. Bei entzündeten Hautstellen im Gesicht, etwa bei starker Akne, empfiehlt Salzer Umschläge mit Sole. „Dazu löst man 50 Gramm Salz in einem Liter lauwarmen Wasser auf, so dass man eine fünfprozentige Solelösung erhält. Darin tränkt man ein weiches Tuch oder einen Waschlappen und legt diesen Umschlag auf die entzündeten Stellen.”

Ungefähr eine Viertelstunde sollte man die Tinktur einwirken lassen und die Haut anschließend gut ausreinigen. „Bei akuten Entzündungen macht man das am besten zweimal pro Tag, ansonsten ungefähr drei Mal in der Woche”, sagt Salzer.

Wer unter unreiner Haut und entzündeten Pickelchen am ganzen Körper leidet, kann sich mit einem Salzbad Linderung verschaffen. „Bei Akne sollte dieses Salzbad zwischen fünf und zehn Prozent Salz enthalten, bei einer Badewanne kommen da gut und gerne 20 Kilo Salz zusammen”, sagt Salzer.

Aber auch der Besuch eines Sole-Schwimmbads könne helfen, die Pustel-Invasion zurückzudrängen. „Wenn man kleine Wunden hat, sollte man das Salzwasser allerdings mit Vorsicht genießen. Es brennt nämlich höllisch in Hautrissen”, warnt der Dermatologe.

Auch ein Gesichtwasser mit Salzgehalt kann entzündete Hautpartien heilen. „Man kann einfach ein Fläschchen mit Salzwasser im Badezimmer deponieren und damit regelmäßig das Gesicht einreiben. Danach sollte man die Haut gut trocknen lassen und das Salz anschließend mit klarem Wasser abspülen”, erläutert Salzer.

Für all diese Heilmethoden eigne sich normales Speisesalz aus dem Küchenschrank. „Salz wirkt auf die Haut in seiner Reinform, als Natriumchlorid. Dazu muss es nicht unbedingt aus dem toten Meer oder vom Himalaya stammen”, sagt Salzer.

Die Therapie mit Sole hilft allerdings nicht jedem. „Mit salzhaltigem Wasser sollten sich wirklich nur Leute pflegen, die fettige, zu Unreinheiten neigende Haut oder besondere Hautkrankheiten haben. Wer ohnehin schon trockene Haut hat, sollte die Finger vom Salz lassen”, sagt Salzer.

Denn die Sole entziehe der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Hautcremes mit Salz hingegen helfen vor allem Menschen mit trockener Haut. „In Verbindung mit Fett sorgt das Salz dafür, dass die Hautzellen die Feuchtigkeit besser speichern können.”

Eine Anwendung mit purem Salz, beispielsweise als Peeling, ist höchstens an unempfindlichen Körperstellen wie den Füßen zu empfehlen. „Für das Gesicht wäre dieser unverdünnte Kontakt zu intensiv”, sagt Salzer.