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Berlin: Hausarzttarif erspart Praxisgebühr

Berlin : Hausarzttarif erspart Praxisgebühr

Wenn Patienten mehrmals im Jahr zum Arzt gehen, sollten sie in den Hausarzttarif ihrer Krankenkasse wechseln. Das rät die Stiftung Warentest in Berlin.

Menschen, die in jedem Quartal mindestens einmal den Hausarzt aufsuchen, ersparten sich so insgesamt 40 Euro Praxisgebühr, berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift „Finanztest” (Ausgabe 1/2008). Auch gäben die teilnehmenden Ärzte berufstätigen Patienten oft Termine außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Noch haben zwar nicht alle Kassen den Tarif im Angebot. Den Angaben zufolge wird er aber Ende 2008 Standard sein.

Ein Vorteil sei auch, dass mit dem Wechsel in den Hausarzttarif eine Erstuntersuchung verbunden ist. Bei dieser Bestandsaufnahme des Gesundheitszustandes könnten Erkrankungen wie hoher Blutdruck oder Diabetes schneller entdeckt werden. „Die Nachteile der Hausarztmodelle für die Kassenpatienten halten sich in Grenzen”, urteilen die Experten: Für ein Jahr schränkten die Patienten ihr Recht auf freie Arztwahl ein, da sie sich verpflichten, bei jeder Erkrankung zuerst den gewählten Hausarzt aufzusuchen. Der überweise sie dann bei Bedarf zum Facharzt oder ins Krankenhaus. Die meisten Menschen suchten aber ohnehin immer denselben Hausarzt auf.

Als Hausarzt dürfen den Angaben zufolge nur bestimmte Mediziner benannt werden. Dazu gehören unter anderem Allgemeinmediziner und Praktische Ärzte, Kinderärzte und Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung. Durch die am 1. April 2007 in Kraft getretene Gesundheitsreform sind die Krankenkassen verpflichtet, Hausarzttarife anzubieten - allerdings haben noch nicht alle Kassen diese Pflicht umgesetzt.

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Versicherten dazu aufgerufen, Druck auf ihre Krankenkasse auszuüben. Ein Wechsel zu einer anderen Kasse, die den Tarif bereits anbietet, lohnt sich laut Warentest dagegen nur, wenn auch deren Normalbeiträge niedriger sind.