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Düsseldorf: Hausarzt-Mangel droht sich zu verschärfen

Düsseldorf : Hausarzt-Mangel droht sich zu verschärfen

Der Mangel an Hausärzten in den ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens droht sich zu verschärfen. Fast alle Landkreise seien von einem bereits bestehenden oder absehbar drohenden Ärztemangel betroffen, sagte Reiner Limbach, Gesundheitsexperte des Landkreistages NRW in Düsseldorf.

„Es gibt da einen Flickenteppich in Nordrhein-Westfalen”, berichtete der Beigeordnete.

Beispiele für Regionen mit bereits knapper Versorgung seien der Hochsauerlandkreis oder auch der rechtsrheinische Rhein-Sieg-Kreis. „Es gibt vielfach ein Nachfolgeproblem, die freiwerdenden Landarzt- Praxen werden nicht wieder besetzt”. Die Folge sei, dass das Netz grobmaschiger werde.

Teils hätten Kreise schon von sich aus um Medizinernachwuchs geworben. So etwa sei der Hochsauerlandkreis gezielt an Medizinische Fakultäten von Universitäten herangetreten. Eine Komponente sei die Prämie von bis zu 50.000 Euro, die Nordrhein-Westfalen Hausärzten zahlt, die in Kleinstädten und Gemeinden mit Ärztemangel eine Praxis gründen oder übernehmen.

„Aber auch die Kassenärztlichen Vereinigungen sind gefragt”, sagte der Beigeordnete. Dies betreffe unter anderem das Vergütungssystem, sagte Limbach. „Es muss auch für einen Landarzt möglich sein, ein auskömmliches Einkommen zu erwirtschaften.” Beispielsweise sei der Hausbesuch eines Arztes auf dem dünn besiedelten Land schon wegen der kilometerlangen Anfahrt ungleich aufwendiger als in der Stadt. Das müsse sich auch in der Bezahlung niederschlagen.

Limbach betonte, die ärztliche Versorgung sei ein wichtiger Standortfaktor in den Kreisen und maßgeblich für die Ansiedlung von Menschen und Unternehmen. „Das ist so wichtig wie eine Schule oder die Kultur”. Die Kreise seien daran interessiert, dass die Ansiedlung funktioniere.