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Berlin: Harnteststreifen nicht für Blutzucker-Kontrolle geeignet

Berlin : Harnteststreifen nicht für Blutzucker-Kontrolle geeignet

Diabetiker sollten bei der Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels keine Harnteststreifen verwenden. „Für die Therapiekontrolle bei Menschen, die gegen einen Diabetes behandelt werden, sind sie nicht ausreichend exakt”, erklärt Prof. Martin Schulz von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin.

Außerdem erfassten die Tests keine Unterzuckerung. Ist bei einem Diabetes zu viel Glukose im Blut gelöst, wird diese über die Niere in den Harn ausgeschieden. Der Zuckergehalt im Urin hänge aber immer auch von der Trinkmenge und der individuellen Aufnahmegrenze der Niere ab, der sogenannten Nierenschwelle.

Daher könne der Test nur bedingt auf eine bestehende Überzuckerung hinweisen. Besonders ungeeignet ist die Methode laut ABDA außerdem für die Diagnose eines Schwangerschafts-Diabetes, da dann die Nierenschwelle häufig verändert sei. Darüber hinaus sei der Test leicht störanfällig, zum Beispiel durch große Mengen Vitamin C. Die Messung des Zuckergehalts im Blut sei dagegen zuverlässiger und genauer. Die Teststreifen eignen sich allerdings zur Vorsorge, da die Krankheit laut Experte mit Hilfe des Harntests frühzeitig festgestellt werden kann.