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Bonn: Gesundheitsgefahren beim Grillen: Fett nicht auf die Holzkohle tropfen lassen

Bonn : Gesundheitsgefahren beim Grillen: Fett nicht auf die Holzkohle tropfen lassen

Der aktuellen Debatte über gesunde Ernährung sei dank: Viele Grillfans entdecken heute statt Steaks und fetten Würsten auch Fisch und Gemüsespieße fürs Rost. Denn Grillfeste können auch ein gesunder Spaß sein. Dafür ist vor allem eins wichtig: Zeit.

„Damit lassen sich viele Fallen ungesunder Ernährung umgehen”, betont Professor Volker Pudel, Ernährungspsychologe aus Göttingen. Wer Zeit hat, kann zum Beispiel Kartoffeln mit etwas Butter in Alufolie einwickeln und schon beim Anzünden in die Holzkohle legen. „Werden die Kartoffelschalen gut abgeschrubbt, können sie sogar mitgegessen werden”, erklärt Pudel. Das sei eine gesunde und leckere Beilage.

Auch Fleischspieße lassen sich mit Zwiebeln, Zucchini und Paprika „auflockern”. Statt fertigem Kartoffelsalat mit reichlich Majo kann auch ein gut gewürzter selbst gemachter Kartoffel- oder Gurkensalat mit Essig und Öl schmecken. Für Gemüse ist wichtig: Vorher in heißem Wasser blanchieren - dann brät es nicht so schnell an. „Gleiches gilt für Maiskolben”, empfiehlt der Ernährungswissenschaftler.

„Man kann auch verschiedenes Gemüse in Alupäckchen einpacken und auf den Grill legen”, ergänzt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Eine leckere Variante sind mit Frischkäse oder Quark gefüllte Champignons oder Schafskäse mit Tomaten und Zwiebeln.

Die Zutaten sollten erst auf den Grill kommen, wenn die Holzkohle gut durchgeglüht ist. „Es sollte eine weiße Schicht auf den Kohlen sein”, rät Volker Pudel. Sonst können die Lebensmittel leicht verkohlen. Kleine verbrannte Stellen können abgeschnitten werden.

Außerdem warnen die Ernährungsfachleute davor, Fett in die Flammen tropfen zu lassen. Denn: Dabei werden Krebs erregende Stoffe freigesetzt, so genannte Benzpyrene. Alternativ sollten Fleisch, Fisch und Gemüse auf Alufolie gegrillt, ein Elektro- oder Gas- beziehungsweise ein Vertikalgrill verwendet werden, bei dem die Grillkohle seitlich aufgeschichtet wird.

„Man sollte auf keinen Fall mit Briketts oder altem Holz grillen”, sagt Isabelle Keller. Auch dabei könnten giftige Gase entstehen. Auf Fleisch müsse der Grillmaster nicht verzichten, räumt die Expertin ein. Für Ernährungsbewusste empfehlen sich Geflügel, Rindersteaks oder auch Schweinekoteletts. Würstchen haben dagegen einen höheren Fettgehalt. Wer Fisch grillen möchte, sollte Arten mit festem Fleisch wie Lachs, Thunfisch oder Forelle wählen.

Bei Dips sollte man sich etwas zurückhalten, betont Isabelle Keller. Auch hier kann eine selbst gemachte Sauce mit saurer Sahne die fertige Mayonnaise-Variante ersetzen. Keller: „Man sollte bei Fertigprodukten auf jeden Fall darauf achten, welche Inhaltsstoffe auf der Packung stehen.” Außerdem sollte der Tisch nicht in der Sonne und nicht zu früh gedeckt werden, da die Lebensmittel sonst schlecht werden können.

Auch für den Nachtisch gilt: Lieber keine rohen Eier und keine Sahne verwenden. Oder: Das Dessert erst zum Servieren aus dem Kühlschrank holen. Allerdings solle man sich trotz Diät und Gesundheitsbewusstsein nicht den Spaß am Grillen verderben lassen. Wie das kühle Bier gehören auch mal Wurst und Fleisch mit Fettrand zur leckeren Freiluft-Mahlzeit. „Solange man nicht jeden Tag grillt, kann man ab und zu über die Stränge schlagen”, sagt Volker Pudel.