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Berlin/Düsseldorf: Genug trinken und Medikamente überprüfen: Sonnenschutz für Senioren

Berlin/Düsseldorf : Genug trinken und Medikamente überprüfen: Sonnenschutz für Senioren

Ein vernünftiger Umgang mit der Sonne ist für jeden wichtig - unabhängig vom Alter. Doch gerade Senioren sollten sich vor gefährlicher UV-Strahlung schützen. Luftige Kleidung, die dennoch die ultraviolette Strahlung abhält, ein Hut mit Krempe und Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor sind das A und O.

„Die Haut älterer Menschen ist dünner und trockener als bei Jugendlichen”, erklärt der Hautarzt Martin Miehe aus Berlin. Insgesamt sei sie dadurch empfindlicher gegenüber schädigenden Umwelteinflüssen. „Und auch die Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht kann sich erhöhen”, sagt der Dermatologe.

Außerdem sei der Reparaturmechanismus der Haut bei Senioren geschwächt, ergänzt Monika Ferdinand, Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Kosmetiker/innen mit Sitz in Düsseldorf. „Licht lässt Haut noch schneller altern”, warnt sie. Falten, unschöne braune Hautflecken und im schlimmsten Fall Hautkrebs können die Folge sein.

„Die Haut hat im Laufe des Lebens ja auch schon einiges an Schäden durch die Sonne abbekommen”, erläutert Beate Volkmer, Ärztin am Dermatologischen Zentrum Buxtehude. Diese Vorbelastung ist gerade bei der jetzigen Senioren-Generation besonders ausgeprägt, sagt Alexandra Renkawitz vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK) in Marburg: „In den siebziger Jahren kamen die ersten Sonnencremes auf den Markt. Und genau darin liegt das Problem.”

Diese Cremes hatten lediglich UVB-Filter, verhinderten also den klassischen Sonnenbrand. Vor den gefährlichen UVA-Strahlen schützten sie nicht. „Und so setzten sich die Menschen im Glauben, sie seien sicher, viel länger der Sonne aus, als es die Haut eigentlich verträgt.” Die Schäden, die dadurch entstanden, zeigen sich häufig erst im Alter.

Auch Medikamente können die Haut empfindlicher machen, warnen die Experten. „Da gerade ältere Menschen häufig eine Vielzahl unterschiedlicher Medikamente einnehmen, sollte man an die Beeinflussung der Lichtempfindlichkeit denken”, erklärt Martin Miehe. Selbst pflanzliche Produkte wie zum Beispiel das Johanniskrautöl sensibilisieren die Haut gegenüber der Sonne. Deshalb ist es immer ratsam, die Beipackzettel genau zu lesen oder den Arzt um Rat zu fragen.

Ansonsten gelten auch für Senioren die Regeln, an die sich eigentlich jeder in Sachen Sonne halten sollte: Mittagssonne möglichst vollständig meiden und sich den Rest des Tages mit leichter, aber langärmliger Kleidung und Sonnenbrille vor zu viel Sonne schützen. „Und gerade die Herren, deren Haar ja oft dünner wird, sollten immer auch einen Hut tragen”, rät Beate Volkmer.

Außerdem ist es wichtig, dass auch Senioren immer eine Sonnenlotion mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden, bevor sie in die Sonne gehen. Spezielle Produkte für diese Altersgruppe gibt es bisher nicht. „Aber da ältere Menschen meist trockene Haut haben, sollte das Lichtschutzmittel ausreichend rückfettend sein”, so Martin Miehe. Auch eine spezielle Lippenschutzsalbe und eine feuchtigkeitsbindende Apr?s-Sun-Pflege am Abend seien sinnvoll, ergänzt Monika Ferdinand.

„Zusätzlich sollte man unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten”, sagt die Kosmetikerin. Wer viel trinkt, verhindert, dass die Haut austrocknet, sich schuppt und juckt. „Überhaupt unterstützt eine gesunde, leichte Kost die Hautversorgung von innen”, so Ferdinand. „Helfer Nummer eins sind hier die Tomaten.” Deshalb lautet ihr Tipp: Sich im Sommer regelmäßig einen saftigen Salat aus der roten Frucht schmecken lassen - und das möglichst im Schatten.