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St. Ingbert: Genitalwarzen durch Intimrasur: Kondom schützt vor Ansteckung

St. Ingbert : Genitalwarzen durch Intimrasur: Kondom schützt vor Ansteckung

Seit einigen Jahren ist die Intimrasur regelrecht in Mode gekommen. Besonders bei jungen Menschen gelten Schamhaare als „unchic”. Doch die regelmäßige Rasur könne unschöne Warzen zur Folge haben, warnt Volker Schenkelberger, Hautarzt in St. Ingbert.

Er rät deshalb von der Rasur ab: „Denn hierbei entstehen mitunter kleine Verletzungen. Und das sind ideale Eintrittsstellen für Krankheitserreger.” Kommen diese Wunden mit infizierten Flächen - wie sie in Saunen oder Solarien zu finden sind - in Kontakt, so könne man sich mit Warzenviren anstecken. Auch über den Hautkontakt beim Geschlechtsverkehr werden die sogenannten „humanen Papillomviren” übertragen.

„Daraus entstehen knotenartige Warzen an Schamlippen, Scheide, Penis, Harnröhre, Analkanal, im Analbereich und eher selten am Gebärmutterhals. Die Betroffenen erkennen diese zunächst gar nicht”, erläutert Schenkelberger. Doch die Warzen werden größer, breiten sich im gesamten Genitalbereich aus und nehmen hahnenkamm- oder blumenkohlartige Formen mit rötlicher oder weißlicher Farbe an, die mehrere Millimeter dick sein können. „Um ihren Partner zu schützen, sollten Erkrankte bis zum Abheilen der Warzen ein Kondom benutzen”, rät der Hautarzt.

Zur Behandlung der Genitalwarzen gebe es eine Creme mit dem Wirkstoff Imiquimod, der das Immunsystem dazu anregt, die auslösenden Viren zu bekämpfen. „Diese sollte dreimal wöchentlich mindestens sechs Wochen flächig auf die entsprechenden Hautpartien aufgetragen werden”, erklärt der Experte.

Zudem bestehe die Möglichkeit, die lästigen Hautunreinheiten operativ loszuwerden, beispielsweise mit Hilfe einer Laser-Behandlung oder einer Kryo-Therapie, bei der man die Warzen regelrecht vereise und das Warzengewebe zerstört werde.

Betroffene sollten zugleich eine weitere Ausbreitung unterbinden. Volker Schenkelberger erläutert: „Warzen vermehren sich bevorzugt in feuchter und warmer Umgebung.” Leichte und nicht zu enge Unterwäsche sei deshalb grundsätzlich empfehlenswert.