Berlin: Funktionstest der Leber sagt Organversagen voraus

Berlin: Funktionstest der Leber sagt Organversagen voraus

Ein von Forschern der Berliner Charité entwickelter Lebertest hat sich als zuverlässiges Instrument zur Vorhersage von Leberversagen erwiesen.

In einer Studie an 64 Patienten vor und nach einer großen Leberoperation konnten die Wissenschaftler der Charité nachweisen, dass sich mit dem „LiMAx” genannten Test die Funktion der Leber zuverlässig bestimmen und damit das Risiko eines Leberversagens abschätzen lässt, wie die Charité in Berlin mitteilt.

Wenn ein Patient an einem Lebertumor erkrankt, hilft häufig nur noch eine Operation. Eine lebensbedrohliche Komplikation eines solchen Eingriffs ist noch immer das Versagen dieses komplexen Organs. „Es war bis jetzt nur schwer möglich, die Enzymleistung der Leber zu messen, die bei einer Schädigung vermindert sein kann”, sagt Martin Stockmann vom Campus Virchow-Klinikum der Charité und Leiter der Arbeitsgruppe. „Ein mögliches Leberversagen nach einem chirurgischen Eingriff kann durch die exakte Messung mit dem LiMAx-Test schon vor der Operation erkannt werden.”

In ihrer Studie verabreichten die Forscher den Patienten ein eigens entwickeltes Mittel, das in der Leber verarbeitet wird. Das Abbauprodukt wird dann in der Ausatemluft gemessen. Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftler die Patienten noch mit anderen bekannten Leberfunktionstests.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass der LiMAx-Test in Kombination mit einer Volumenberechnung der Leber in der Lage ist, das Ergebnis der Operation vorherzusagen. Davon könnten künftig besonders Patienten mit vorgeschädigter Leber oder einem großen Tumor profitieren: Je nach Ergebnis können so verschiedene Therapiealternativen eingesetzt und das Risiko eines späteren Leberversagens vermindert werden.

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