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Bonn: Fruchtsäfte können bei Kindern Übergewicht fördern

Bonn : Fruchtsäfte können bei Kindern Übergewicht fördern

Nicht nur Limonade, sondern auch die als gesund geltenden Fruchtsäfte können laut einer Studie bei Kindern zu Übergewicht führen. Darauf weist das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) an der Universität Bonn unter Berufung auf eine Langzeitstudie hin.

Dabei wurden unter anderem die Trinkgewohnheiten von 244 Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren untersucht. Bei den Mädchen, die im Laufe von 5 Jahren immer mehr Fruchtsäfte und Limonade zu sich nahmen, ging auch der Body-Mass-Index (BMI) in die Höhe.

Wurden vermehrt Fruchtsäfte getrunken, war dieser Effekt sogar besonders groß. „Softdrinks und Fruchtsäfte sind Dickmacher und deshalb nicht die geeigneten Durstlöscher”, warnt Mathilde Kersting, Forscherin am FKE. Trotz der Kalorien stillten die zuckerhaltigen Getränke anscheinend nicht so sehr den Hunger wie feste Nahrung. Die beim Trinken aufgenommenen Kalorien werden somit beim Essen nicht wieder eingespart. „Wir empfehlen daher eher, bei Hunger zu Obst zu greifen und den Durst mit Wasser zu löschen”, rät die Expertin.

Laut Statistik trinken die deutschen Jugendlichen pro Tag etwa 0,2 Liter Saft. Bei den beobachteten Jungen konnte kein erkennbarer Zusammenhang zwischen den Trinkgewohnheiten und dem BMI festgestellt werden. Bei ihnen verändere sich der Energiehaushalt in der Pubertät jedoch stärker als bei Mädchen.

Die zusätzlichen Kalorien in den Getränken machten sich daher möglicherweise erst im Alter bemerkbar. Der BMI berechnet sich aus Körpergewicht durch die Körpergröße zum Quadrat, wobei ein hoher BMI ein Zeichen für Übergewicht ist.