1. Leben
  2. Gesundheit

Chicago: Forscher entdecken weitere Ursache für Winterdepressionen

Chicago : Forscher entdecken weitere Ursache für Winterdepressionen

Kanadische Forscher haben eine weitere mögliche Erklärung entdeckt, warum viele Menschen unter Winterdepressionen leiden. In dieser Jahreszeit wird vom Körper nicht nur weniger von dem Botenstoff Serotonin produziert, sondern die Konzentration eines Proteins ist zudem höher, das für den Serotonintransport zuständig ist, wie Forscher um Nicole Praschak-Rieder von Universität Toronto herausgefunden haben.

Dieses Protein fängt freies Serotonin im Gehirn ein, transportiert es wieder zurück in die Zellen und macht es dadurch inaktiv. Ein Mangel an Serotonin geht häufig mit Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Stimmungstiefs und einer verstärkten Nahrungsaufnahme einher. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher im Fachmagazin „Archives of General Psychiatry” vor (Bd.65, S. 1072).

Die kanadischen Wissenschaftler bestimmten die Menge des Serotonintransporters mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) bei 88 Probanden im Zeitraum von 1999 bis 2003. Versuchspersonen, die im Herbst oder Winter untersucht wurden, wiesen größere Mengen des Transporters auf als jene, deren Gehirn im Frühling oder Sommer gescannt wurde.

Der natürliche Botenstoff Serotonin beeinflusst unter anderem das Sexualverhalten, die Ernährung, den Stoffwechsel, das psychische Wohlbefinden und das Schlafverhalten. Wirkstoffe, die den Serotoninhaushalt steuern, werden daher zur Behandlung psychischer Störungen wie beispielsweise Depressionen eingesetzt.