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München: Fälle von plötzlichem Kindstod stark zurückgegangen

München : Fälle von plötzlichem Kindstod stark zurückgegangen

Die Fälle von plötzlichem Kindstod in Deutschland sind stark zurückgegangen. Mit 228 verstorbenen Babys im vergangenen Jahr sei ein historischer Tiefstand erreicht worden, berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus” unter Berufung auf das Statistische Bundesamt.

1990 wurden bundesweit knapp 1300 Fälle registriert. Experten machten dafür in erster Linie die verstärkte Aufklärung der Eltern verantwortlich, schreibt das Blatt. Dennoch seien die Ursachen für den plötzlichen Kindstod noch nicht vollständig erforscht.

Trotz sinkender Fallzahlen warnte die Epidemiologin Mechtild Vennemann von der Universitätsklinik Münster: „Obwohl die Gefahren größtenteils bekannt sind, herrscht unter vielen Eltern Unsicherheit.” Für eine Studie hatten Vennemann und ihr Team mehr als 330 Kindstodfälle zwischen 1998 bis 2001 untersucht. Sie befragten die betroffenen Eltern unter anderem, welche Schlafgewohnheiten das Baby hatte und in welcher Liegeposition es verstarb.

Auf dem Bauch schlafende Säuglinge haben demnach ein siebenmal höheres Risiko, an plötzlichem Kindstod zu sterben, als Babys, die auf dem Rücken liegen. Gefährlich sei auch, wenn der Säugling im elterlichen Bett schläft. Hier steige das Todesrisiko gegenüber Babys, die im eigenen Bett schlafen, um das Dreifache. Bettdecken in der Wiege erhöhten das Risiko um fast das Dreifache.

Kommen Heizkissen oder in der Mikrowelle erwärmte Kirschkernkissen zum Einsatz, verdoppelt sich die Gefahr laut Studie. Das Gleiche gelte für Babys, die nicht gestillt werden. Das Saugen an einem Schnuller indes scheint Babys einen gewissen Schutz zu bieten. Mit dem regelmäßigen Gebrauch eines Schnullers halbiere sich das Risiko, sagte Vennemann dem Magazin.