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Tübingen: Essstörungen: Gewichtsabnahme der Tochter beobachten

Tübingen : Essstörungen: Gewichtsabnahme der Tochter beobachten

Isst die Tochter nur noch kalorienarme Kost, ist das nicht unbedingt ein Hinweis auf eine Magersucht.

Eltern sollten das Gewicht ihres Kindes aber im Blick haben, rät Prof. Stephan Zipfel, Experte für Essstörungen an der Universitätsklinik Tübingen. Zwar zeigten viele Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren ein auffälliges Essverhalten.

Nimmt die Tochter jedoch sehr stark ab und beschäftigt sie sich immer mehr mit ihrem Gewicht, könnte das ein Hinweis auf eine stärkere Essstörung sein.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung leidet bereits jede dritte Schülerin zwischen 12 und 20 Jahren an einer Frühform der Essstörung. Bei 14 Prozent bestehe bereits ein hohes Risiko für die Entstehung einer Magersucht.

Die Bundesregierung hat deshalb am Donnerstag eine neue Initiative mit dem Titel „Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn” gestartet. Ziel ist es, Essstörungen und überzogene Schlankheitsideale in der Öffentlichkeit zu thematisieren.

Ob die Tochter tatsächlich untergewichtig ist, kann der Body-Mass-Index (BMI) zeigen. Er lässt sich wie folgt errechnen: Gewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat.

Bei einem BMI von unter 18,5 werde von Untergewicht gesprochen, erklärt Prof. Zipfel, der der im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen (DGESS) sitzt. „Liegt der Wert unter 17,5 sollte man dringend Hilfe hinzuziehen.” Erster Ansprechpartner sei dann der Hausarzt.