Darmstadt/Heidelberg: Erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht gleich Prostatakrebs

Darmstadt/Heidelberg: Erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht gleich Prostatakrebs

Als Ergänzung der Prostatakrebs-Früherkennung bieten viele Urologen die Bestimmung des PSA-Wertes an. Dieser Blutwert soll Hinweise auf frühe Stadien eines Tumors geben, wie Hartmut Jonitz, Urologe aus Darmstadt, erklärt. Mit etwa 25 Euro müsse der Bluttest selbst gezahlt werden.

Jonitz erläutert: „PSA steht für das Prostata-spezifische Antigen, ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird. Normalerweise sind nur ganz geringe Mengen PSA im Blut nachweisbar. Doch verschiedene Faktoren, zu denen - neben Prostatakrebs - auch Prostataentzündungen oder Harnwegsinfektionen gehören, können zu einem Anstieg des PSA-Spiegels führen.” Ein erhöhter PSA-Wert bedeute also noch lange nicht, dass man an Krebs erkrankt sei.

Dennoch führten ungünstige Werte oftmals vorschnell zu einer schmerzhaften Gewebeentnahme, bemängeln Kritiker. Vertreter der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister warnen außerdem, dass vor allem bei älteren Männern Karzinome entdeckt werden könnten, die keine Probleme verursachen, langsam wachsen und auch ohne Behandlung nicht lebensverkürzend seien.

Befürworter weisen jedoch darauf hin, dass aggressive, schnell wachsende Karzinome nur durch eine regelmäßige Kontrolle rechtzeitig erkannt werden könnten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg empfiehlt Männern deshalb, sich über Vor- und Nachteile des PSA-Tests im Vorfeld gründlich zu informieren und Nutzen im individuellen Fall zu prüfen. Den Urologen sollte man gezielt auf Risiken des Tests ansprechen.