1. Leben
  2. Gesundheit

Erblicher Haarausfall: Diesen Einfluss haben Umweltfaktoren

Nährstoff-Mangel : Erblicher Haarausfall: Diesen Einfluss haben Umweltfaktoren

Fast jeder wünscht sich bis ins Alter volles Haar. Damit gesegnet sind die wenigsten. Vor allem Männer haben oft schon in jungen Jahren Haarprobleme.

Bereits etwa 30 Prozent aller 30-jährigen haben mindestens eine Halbglatze. Die meisten von ihnen leiden an der genetisch bedingten Form. So wenig sich die Erbanlagen beeinflussen lassen, so beeinflussbar sind Umweltfaktoren. Welche Rolle spielen sie bei androgenetischer Alopelzie?

Androgenetische Alopelzie: Das steckt hinter anlagebedingtem Haarausfall

Zwischen 80.000 und 120.000 Haare haben Menschen auf dem Kopf. Ihre Dichte, Dicke und Farbe hängt vom Erbgut ab. Täglich verliert man durch den natürlichen Haarzyklus durchschnittlich bis zu 100 Haare. Jedes einzelne Exemplar wächst nur für begrenzte Zeit, etwa zwei bis sechs Jahre lang. Danach fällt es aus, ein Neues rückt nach.

Bei Menschen mit erblich bedingtem Haarausfall ist dieser Vorgang gestört. Die Wachstumsperiode ihrer Haare ist verkürzt. Lange hieß es, dass androgenetischen Alopezie ausschließlich auf eine angelegte Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Geschlechtshormon zurückzuführen ist.

Tatsächlich haben sich als Behandlung für absterbende Haarfollikel vor allem 5-Alpha-Reduktase-Hemmer als wirksam erwiesen. Jene unterdrücken die Bildung von Dihydrotestosteron: dem Umwandlungsprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Dadurch kommen die überempfindlichen Haarwurzeln weniger damit in Kontakt. Allerdings hängt die Wirksamkeit einer solchen Behandlung nicht zuletzt vom persönlichen Lebensstil ab.

Denn neueren Erkenntnissen zufolge wird die Schwere des Haarausfalls auch bei genetischer Veranlagung von Umweltfaktoren beeinflusst. Darunter fallen vor allem

  1. Stress: In Stresssituationen steigt der Muskeltonus – auch im Gesicht, wodurch sich die Kopfhaut zusammenzieht. Diese Reaktion stresst die Haarwurzeln, sodass die Haare leichter ausfallen.
  2. Nährstoffzufuhr: Nährstoffdefizite wirken sich auf den gesamten Körper aus, so auch auf die Haare. Insbesondere Mangelerscheinungen hinsichtlich der Vitamine K, H, A und B schwächen die Haarwurzeln. Dasselbe gilt für Defizite hinsichtlich der Spurenelemente Zink und Selen sowie Kupfer.

Nährstoff-Überblick: Diese Nahrungsmittel braucht das Haar

Grundsätzlich kann sich jeder Mangel an Makro- und Mikronährstoffen negativ auf die Haarsituation auswirken. Im Normalfall lässt sich der Nährstoffbedarf durch ausgewogene Ernährung allerdings decken. Zur Orientierung kann folgende Nahrungsmittelliste dienen:

  • Vitamin A in Spinat, Grünkohl, Karotten, Palmöl, Aal
  • Vitamin B12 in Muscheln, Camembert, Edamer, Brie, rotem Fleisch
  • Vitamin C in Zitrusfrüchten, Hagebutten, Beeren
  • Vitamin Din Lebertran, Fisch, Käse, Pilzen
  • Vitamin E in hochwertigen Ölen, Müsli, Sojabohnen
  • Vitamin H in Erdnüssen, Leber, Ei, Vollmilch, Haferflocken, Walnüssen, Champignons
  • Vitamin K in Blattsalat, Pflanzenölen, Kräutern
  • Zink in Austern, Sojabohnen, Leber, Ei, Haferflocken, Milchprodukten
  • Selen in Linsen, Spargel, Zwiebelgemüse
  • Kupfer in Kakaopulver, Kaffee, Cashews, Krabben, Hafer
  • Eisen in Weizenkleie, Kürbiskernen, Sesam
  • Eiweißi n Hülsenfrüchten, Ei, Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Nüssen
  • Essentielle Fettsäuren in Lein- und Walnussöl, Leinsamen, Nüssen

Vorsicht ist bei besonderen Ernährungsformen wie dem Veganismus geboten. Für die Haare besonders wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12 oder Zink kommen hauptsächlich in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vor. Dadurch sind Veganer anfälliger für Mangelerscheinungen, die sich auf das Haar auswirken. Im Zweifelsfall können Nahrungsergänzungsmittel helfen.

Auch Hochleistungssportler und Menschen mit Magendarmerkrankungen sind ohne Nahrungsergänzung von Nährstoffmangel bedroht. Ernährungsberater können bei der Vorbeugung helfen.

Ernährungstipp: Natürliche Dihydrotestosteron-Blocker gegen erblichen Haarausfall

Durch ausgewogene Ernährung allein lässt sich der Haarverlust für Menschen mit Veranlagung nicht stoppen. Allerdings unterstützt man die Haare mit Nährstoffen wie dem Vitaminkomplex B und Biotin beim natürlichen Haaraufbau. Insgesamt spielt die Ernährung im Kontext der genetischen Alopezie aber nicht nur im Zusammenhang mit Mangelerscheinungen eine Rolle.

Davon abgesehen wirken bestimmte Nahrungsmittel als natürliche Gegenspieler zu Dihydrotestosteron und Testosteron. Dadurch können sie Überempfindlichkeitsreaktionen der Haarwurzeln abschwächen. Der Haarverlust wird so idealerweise herab reguliert. Ein derartiger Effekt ist mit natürlichen Testosteron- und Dihydrotestosteron-Blockern assoziiert wie

  • Kürbiskern-Öl, das in einer Doppelblind-Studie eine 40-prozentige Verbesserung der Haarsituation bewirken konnte.
  • Koffeein, das Studien zufolge das Haarwachstum unterstützt.
  • Rosmarin-Öl, das in einer Studie die Haaranzahl der Teilnehmer erhöhen konnte.
  • Sojaprodukte wie Tofu, die Phytoöstrogene enthalten und in höherer Menge Testosteron unterdrücken.
  • Glutenhaltige Getreidearten, die den Prolaktin-Spiegel steigern und dadurch Testosteron entgegenwirken.
  • Leinsamen, dessen Randschichten sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Phytoöstrogene enthalten.
  • Sulforaphan (Senfölglykoside), das in Brokkoli, Kohlgemüse, Meerrettich, Kresse, Rettich und vielen Gemüsearten aus der Kreuzblütlerfamilie enthalten ist.
  • Bockshornkleesamen, die mit Wirkstoffen wie Trigonellin und Diosgenin Dihydrotestosteron entgegenwirken und als Gewürz verwendet werden können.

Anders als die genannten steigern bestimmte Lebensmittel den Testosteronspiegel und wirken sich dadurch negativ auf die Haarsituation von Menschen mit erblichem Haarausfall aus. Die Art der mit der Nahrung aufgenommenen Fette spielt in diesem Kontext eine Rolle. Analog dazu steigert übrigens auch zu viel Fleisch den Testosteronspiegel.