Frankfurt/Main: Elektrischer Glimmstängel mit riskantem Wirkstoff-Mix

Frankfurt/Main: Elektrischer Glimmstängel mit riskantem Wirkstoff-Mix

Auf den ersten flüchtigen Blick, sieht das kleine Gerät aus Plastik wie eine echte Zigarette aus: Ein kräftiger Zug bringt die Leuchtdiode an der Spitze zum Glimmen und der aufsteigende Dampf macht die Illusion fast perfekt.

Aber die Elektrische Zigarette, die so genannte E-Zigarette, verbrennt keinen Tabak, stinkt nicht und die E-Raucher müssen sich daher nicht vor der Tür im Wind herumdrücken, denn dampfen darf man theoretisch überall. Doch die E-Zigarette ist umstritten.

Harmloses Genussmittel nennen sie die Hersteller, Arzneimittel sagt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, sprach sich für ein Verbot der E-Zigaretten aus.

Laut der Deutschen Herzstiftung werde in den E-Zigaretten zwar kein Tabak verbrannt und daher inhaliere der E-Zigaretten-Raucher auch keine Teerstoffe. „Dennoch ist die E-Zigarette keine gesundheitlich unbedenkliche Alternative zur herkömmlichen Zigarette”, sagt der Kardiologe Professor Helmut Gohlke von der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt/Main.

Raucher atmet Nikotin ein

Die Funktion der E-Zigarette ist schnell erklärt: Bei jedem Zug an der E-Zigarette wird eine Tabakalkaloidflüssigkeit mittels eines elektrischen Verneblers zum Verdampfen gebracht. Dieser Dampf wird dann vom Raucher eingeatmet. Er besteht zu 90 Prozent aus Propylenglykol, das industriell auch als Frostschutzmittel eingesetzt wird.

Der Flüssigkeit, auch Liquid genannt, werden wahlweise Nikotin, meist in Form von Ethanol, Glyzerin und andere Geschmacksstoffe und Aromen zugesetzt. „Diese Mischung sollte niemand seiner Lunge zumuten”, sagt Gohlke. Denn auch wenn bei der E-Zigarette keine toxischen Stoffe verbrannt werden, atme der Raucher wie bei gewöhnlichen Zigaretten Nikotin ein.

Wer intensiv und schnell an der E-Zigarette ziehe, könne sogar so viel Nikotin inhalieren, dass es zu einer Nikotinvergiftung komme. „Allein wegen dieses hohen Nikotingehalts ist die E-Zigarette als potenziell gefährlich einzustufen, sagt Gohlke. Die Behauptung, dass die E-Zigarette den Ausstieg aus dem Zigarettenrauchen begünstige, müsse durch wissenschaftliche Studien belegt werden, die jedoch noch ausstünden.

„Sicher ist, dass die E-Zigarette die Gesundheit der Verbraucher auf andere Weise schädigt als die reguläre Zigarette”, sagt Gohlke. Ob die Schädigung geringer sei, sei bisher noch nicht nachgewiesen.

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