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Herford: Eiskalte Getränke sind keine guten Durstlöscher

Herford : Eiskalte Getränke sind keine guten Durstlöscher

Im Sommer braucht der Körper besonders viel Flüssigkeit. Wenn es so richtig heiß ist, schütten viele Leute am liebsten eiskalte Getränke in sich hinein. Doch der Erfrischungseffekt dieser Maßnahme ist dürftig.

„Für einen erhitzten Körper bedeutet kalte Flüssigkeit Stress. Er muss die Substanz im Magen erst einmal etwas aufwärmen, bevor er sie weiterverwerten kann”, erklärt die Herforder Ernährungswissenschaftlerin Ines Beine. Bis die Flüssigkeit in den Körperkreislauf eingespeist werde, vergehe also wertvolle Zeit. „Die optimale Trinktemperatur, die dem Körper eine reibungslose Weiterverwertung der Flüssigkeit erlaubt, liegt zwischen zehn und fünfzehn Grad”, sagt Beine.

Auch die in südlichen Ländern verbreitete Variante, an heißen Tagen heißen Minztee zu trinken, empfiehlt Beine Mitteleuropäern nicht. „Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, sind längst nicht so gut an hohe Temperaturen gewöhnt wie beispielsweise die Menschen in Marokko. Heißer Tee bringt sie nur noch mehr ins Schwitzen und sorgt so für einen zusätzlichen Flüssigkeitsverlust”, sagt Beine.

Um seinen Körper mit Flüssigkeit zu versorgen, kann man einfach Leitungswasser trinken. „Das Wasser, das aus den Leitungen in Küche und Bad kommt, ist in Deutschland das am besten untersuchte Lebensmittel”, sagt die Ökotrophologin. Sicherheitshalber solle man jedoch prüfen lassen, ob das Leitungswasser im eigenen Haus durch Rückstände in alten Wasserleitungen verunreinigt ist.

Wenn man viel schwitzt, ist allerdings Mineralwasser besser. „Der Körper verliert mit dem Schweiß wichtige Mineralstoffe wie Natriumchlorid oder Kalzium, die man ihm durch das Mineralwasser wieder zuführen kann”, sagt die Ökotrophologin.

Zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts im Körper sollte man über den Tag verteilt immer wieder ans Trinken denken: „An normalen Tagen und bei durchschnittlicher Belastung sollte ein Erwachsener ungefähr eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen”, sagt Beine. Wenn es heiß wird, seien sogar noch ein bis zwei Liter zusätzlich nötig, um den Körper optimal zu unterstützen.

Um das tägliche Flüssigkeitspensum zu schaffen, empfiehlt Beine optische Signale. „Am besten stellt man sich eine Flasche oder ein gefülltes Glas in den Sichtbereich”, sagt die Ernährungs-Expertin. Sinnvoll sei auch eine geregelte Trinkstruktur, nach der man beispielsweise zu und zwischen den Mahlzeiten immer eine bestimmte Anzahl an Gläsern austrinken.