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Heidelberg: Eine halbe Stunde für die Forschung: Online-Studie zu Hautkrebs

Heidelberg : Eine halbe Stunde für die Forschung: Online-Studie zu Hautkrebs

Eine der weltweit größten Online-Umfragen soll Forschern helfen, den rasanten Anstieg von Hautkrebs-Erkrankungen innerhalb der vergangenen 20 Jahre zu klären. Im Mittelpunkt stehe die besonders aggressive Form des Hautkrebses, das Melanom, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum mit.

Ziel der Studie ist, das Zusammenspiel von Umweltfaktoren, individuellem Verhalten und Lebensstil sowie genetisch bedingten Hautkrebs-Risiken zu untersuchen. Der Fragebogen liegt in acht Sprachen vor und ist im Internet unter genomel.org zu finden.

Mindestens 10.000 beantwortete Fragebögen wollen die Wissenschaftler des internationalen Melanom Genetik Konsortiums (GenoMEL), an dem das Deutsche Krebsforschungszentrum maßgeblich beteiligt ist, sammeln und auswerten. Auf diese Weise wollen sie erfassen, wie sich die Bevölkerung im Umgang mit Sonnenlicht, Sonnenschutzcremes und Vorsorgeuntersuchungen verhält.

Um den anonymen Fragebogen auszufüllen sollten etwa 30 Minuten eingeplant werden. Erste Ergebnisse erwarten die Forscher im Frühjahr 2008. Auf deren Basis wollen die sie effizientere Präventionsstrategien und Programme entwickeln, um bedenkenlose Sonnenanbeter zu einem genussvollen und gleichzeitig verantwortungsbewussten Umgang mit den Strahlen zu bewegen.

„Die Vermutung liegt nahe, dass das veränderte Freizeitverhalten in den Industrienationen und die damit gestiegene Verweildauer in der Sonne mit verantwortlich sind für den rasanten Anstieg von Melanomerkrankungen in den letzten 20 Jahren „, sagt Professor Dirk Schadendorf vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Nun gehe es darum, herauszufinden, wie sich der neue Lebensstil in Verbindung mit genetischen Faktoren auf das Hautkrebsrisiko auswirke. ” Jeder ausgefüllte Online-Fragebogen bringt uns also einen kleinen Schritt weiter”, betont der Forscher.