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Die richtige Gesichtspflege finden: So geht's

So geht's : Die richtige Gesichtspflege finden

Es ist gar nicht so einfach, eine Hautpflege zu finden, die alle spezifischen Bedürfnisse der eigenen Haut erfüllt. Wer gesunde Haut hat, nicht unter Hautirritationen leidet, die ein Dermatologe behandeln muss, kann mithilfe von ein paar Tipps zur passenden Hautpflege finden.

Gängige Irrtümer in Bezug auf die Haut

Wenn die Haut glänzt, denken die meisten, dass es sich dabei um fettige Haut handelt. Wenn sie schuppig aussieht, gehen sie von trockener Haut aus. Häufig gehen aber auch Entzündungen und Hauttrockenheit mit einer übermäßigen Talgproduktion einher. Aus dermatologischer Sicht lässt sich die Haut nicht in fettig, Mischhaut oder trockene Haut aufteilen. Für Dermatologen ist die Haut entweder gesund oder krank. Kranke Haut braucht eine korrekte Diagnose und anschließend eine umfassende Behandlung, um wieder gesund zu werden.

Das Alter ist ein wichtiges Auswahlkriterium für die richtige Gesichtspflege

Das chronologische Alter ist nicht immer der beste Ansatz für die Auswahl einer Creme. Aber es ist ein Anhaltspunkt. Denn Hautpflege gibt es für verschiedene Altersgruppen, wobei die Grenzen verschwimmen. Eigentlich sollte das biologische Alter der Haut, also das Alter, das von außen wahrnehmbar ist, Grundlage für die Entscheidung sein.

Nicht in jedem Fall ist das Alter der richtige Weg. Kinderhaut neigt dazu, eher auszutrocknen, weil die Talgdrüsen noch nicht aktiviert sind. In der Pubertät starten die Talgdrüsen durch und produzieren teilweise exzessiv Hautfett. Deshalb haben viele Teenager auch Probleme mit fettiger Haut. Gegen 30 fängt die Haut an sich zu verändern. Dann neigen viele dazu, ihre Haut Mischhaut zu nennen, weil sie immer noch Fett produziert. Allerdings geht die Produktion aufgrund hormoneller Veränderungen zurück, es entstehen trockenere und fettigere Bereiche. Ab 40 neigt die Haut dazu auszutrocknen. Mit den Wechseljahren haben viele Frauen über 50 mit Hauttrockenheit zu kämpfen.

Neben diesen allgemeinen Anhaltspunkten sind noch andere Faktoren bei der Auswahl wichtig, wie Hauttyp oder aktueller Zustand. Die meisten Hersteller haben deshalb nicht nur eine Hautpflege-Serie für verschiedene Altersgruppen, sondern gleich mehrere.

Die Haut kann gleichzeitig fett und feuchtigkeitsarm sein

Dass die Haut dehydriert, ist ein vorübergehender Zustand und bei allen Hauttypen anzutreffen. Denn es handelt sich um einen Wassermangel, der sich gut behandeln lässt. Dehydrierung zeigt sich in Stechen, Spannungsgefühl und Juckreiz. Anders als bei trockener Haut kommt es bei dehydrierter Haut vor, dass sie sich schält, allerdings nicht in so großen Schuppen wie trockene Haut. Das macht sich bemerkbar durch ein glanzloses und stumpfes Hautbild.

Wie lässt sich der Hauttyp herausfinden?

Die traditionelle Typologie der Haut kann irreführend sein. Dennoch gibt es ein paar wesentliche Merkmale, anhand derer sich die Tendenz zu einem bestimmten Hauttyp festmachen lässt.

  • trockene Haut

Wer einmal trockene Haut hat, wird sein Leben lang trockene Haut haben. Es fehlt an essenziellen Fettsäuren und Lipiden. Sie braucht viel Pflege und sollte ab und an richtig verwöhnt werden. Insbesondere nach dem Baden fühlt sich die Haut unangenehm an, Juckreiz entsteht, sie kann stechen, sich gespannt und rau anfühlen. Insgesamt macht sich ein Gefühl von Unbehagen breit. Sie wirkt oft fahl, devitalisiert und verliert an Elastizität. Unregelmäßigkeiten, wie feine Falten, sind stärker wahrnehmbar.

  • fettige Haut

Fettige Haut hat erweiterte Poren, die nicht schmutzig aussehen müssen, auch Mitesser sind nicht immer anzutreffen. Sie sieht dicker aus und Falten sind weniger deutlich erkennbar.

  • Haut, die zu Irritationen neigt

Diese Haut reagiert bei fast jeder Creme mit Hautreizungen, oder wird zumindest direkt nach dem Auftragen des Produkts ganz rot. Temperaturschwankungen quittiert sie ebenfalls mit Hautrötung. Häufig gehen die Rötungen mit einem Spannungsgefühl einher.

Tipps für die Auswahl der richtigen Creme

Junge Haut, die keine Krankheitszeichen zeigt, verträgt eine leichte Feuchtigkeitscreme oder ein Gel mit Hyaluronsäure.

Trockene Haut entspannt sich mit einer Barrierecreme. Die Haut leidet unter Lipidmangel und ist anfälliger für Hautkrankheiten. Es entstehen zum Beispiel leicht Ekzeme. Die Creme sollte deshalb Lipide oder Ceramide enthalten, die der Haut dabei helfen, die Lipid-Doppelschicht wiederaufzubauen.

Bei Mischhaut empfiehlt es sich, mehrere Pflegeprodukte zu verwenden. Nährstoffreiche Feuchtigkeitscreme ist an einigen Tagen pro Woche gut, dazu dann an den anderen Tagen ein Gel oder eine Gel-Creme verwenden, die Hyaluronsäure enthält.

Fettige Haut braucht feuchtigkeitsspendende Seren, die Hyaluronsäure enthalten. Gut sind auch Cremes mit Glykolsäure. Damit lassen sich Akne-Unreinheiten in den Griff bekommen.

Für feuchtigkeitsarme Haut ist eine Creme mit Ceramiden ratsam.

Was ist mit Vitamin C und Retinol in Gesichtscreme?

Retinol (Vitamin A) in einer Feuchtigkeitscreme bringt einige Vorteile. Es handelt sich bei Retinol um einen Stoff, der Zellen regeneriert und die Barrierefunktion der Haut stabilisiert. Zudem unterstützt es die Prozesse der Hautneubildung und beseitigt abgestorbene Hautpartikel. Die Haut bekommt wieder Leuchtkraft und wird homogener. Sie sieht insgesamt gesünder aus. Retinol trägt nicht nur zur oberflächlichen Verbesserung der Haut bei. Es wirkt sich günstig auf die Bildung von Elastin und Kollagen aus. Beide Stoffe sind wichtige Bestandteile des epidermischen Stützgewebes. Die Haut wirkt glatter und fester.

Die Komponenten sind für jede Haut gut, allerdings nicht immer in der gleichen Dosierung. Es ist ratsam bei der Tagespflege auf ein Produkt zurückzugreifen, das eine niedrige Retinol-Konzentration hat und Vitamin C sowie Lichtschutz enthält. Für nachts darf es ein hochkonzentriertes und gut verträgliches Retinol-Produkt sein.

Wie lassen sich Seren und Feuchtigkeitspflege kombinieren?

Feuchtigkeitscreme hat die Funktion, das Wasser in der Haut zu halten. Sie soll nicht austrocknen. Wenn jedoch sehr spezielle Probleme vorliegen, sind noch zusätzliche Wirkstoffe notwendig, die in Form von Seren oder Extrakten der Haut guttun. Sie können der Behandlung von Falten dienen, der Haut wieder mehr Leuchtkraft verleihen oder Unreinheiten bekämpfen. Sie sollten immer als Erstes aufgetragen werden, unter der eigentlichen Feuchtigkeitspflege.

(vo)