Die Matratze bestimmt den Schlaf

Weich oder hart? : Die Matratze bestimmt den Schlaf

Die Art, wie wir schlafen, hängt stark von der Matratze ab. Auch das Kopfkissen sowie die Bettdecke bilden ein Teil des Ganzes und sollten einen gesunden und wohltuenden Schlaf fördern. Neben den Ansprüchen eines hohen Liegekomforts gehört die Vermeidung von Beschwerden zu den Kriterien einer guten Matratze.

Unangenehme Druckstellen, Muskelverspannungen und Bandscheibenvorfälle sollten nicht Folgen des Schlafes sein.

Sind harte Matratzen besser für den Rücken?

Rund ein Drittel ihrer Lebenszeit befinden sich Menschen in ihrem Bett. Die Ansprüche an eine bequeme und gesunde Schlafunterlage, eine angenehme Bettdecke und ein weiches Kopfkissen zur Förderung der Schlafqualität sind von daher enorm. Die Härte der Matratze wird in den Härtestufen H1 bis H4 angegeben. H1 steht dabei für eine sehr weiche und H4 für eine sehr harte Matratze. Getreu dem verbreiteten Motto: „Gelobt sei, was hart macht", standen harte Matratzen lange in dem Ruf, besser für den Rücken zu sein als weiche Matratzen. Eine Studie aus dem Jahre 2003 konnte mit diesem Mythos aufräumen. Stattdessen kam im Bezug auf Rückenbeschwerden die Gruppe der 313 Studienteilnehmer am besten weg, die auf mittelharten Matratzen schliefen.
Von der Gruppe, die auf harten Matratzen schliefen, klagten wesentlich mehr Menschen über Belastungen als die Studienteilnehmer, die auf weichen Matratzen schliefen. Insgesamt können beide Extreme für empfindliche Menschen problematisch sein. Harte Matratzen können den Schlafkomfort beeinträchtigen, sodass die Liegenden sich nachts unnötig herum wälzen und keinen Schlaf finden. Bei zu weichen Matratzen ist die Wirbelsäule wiederum schlechter geschützt und kann durchbiegen, was tatsächlich Rückenleiden verursachen kann.

Kriterien für die Matratzenhärte

Für die Schonung des Rückens sind also andere Kriterien an eine gesunde Matratze wichtiger. Bei der Wahl der Matratzenhärte sollten vielmehr das Körpergewicht und die Körpergröße miteinbezogen werden. Als Faustregel gilt, dass größere und schwerere Menschen auf härteren Matratzen schlafen sollten und kleinere und leichtere Menschen auf weichen Matratzen. Zudem sind Bauchschläfer auf härteren Matratzen besser bedient, während Rückenschläfer sich tendenziell auf weicheren Matratzen wohler fühlen. Allerdings wechseln die meisten Menschen während des Schlafes mehrmals ihre Schlafposition. Deswegen sollten die Matratzen für alle Schlafpositionen gut passen, was sich gut durch das Probe liegen herausfinden lässt. Gerade für Schmerzpatienten stellt das Schlafen auf einer weichen Matratze eine spürbare Entlastung dar.

Anforderungen an eine gute Matratze

Eine gute Matratze sollte zudem in der Lage sein, das Körpergewicht über die Körperzonenstützen besser zu verteilen. Eine Übertreibung dieses Prinzips ist aber nicht sinnvoll, denn für Experten sind genau drei Körperzonenstützen ausreichend. Auch sollte sich eine gute Matratze dem Körper und der Körperform passgenau anpassen. Eine funktionierende Biegeelastizität stellt die Anpassungsfähigkeit der Matratze an den eigenen Körper her. Gerade schwergewichtige Menschen sollten zudem eine ausreichende Matratzendicke beachten, denn sobald sich der Lattenrost im Rücken bemerkbar macht, ist an einen wohltuenden Schlaf nicht mehr zu denken.

Die richtige Matratzenart

Matratzen werden in Federkern-, Latex- und Leichtschaummatratzen unterschieden. Dabei gibt es kein richtig oder falsch, denn für jeden Typ eignet sich eine bestimmte Matratzenart am besten. Die Vorteile der Federkernmatratze liegen in einer guten Ableitung von Feuchtigkeit und in einer guten Belüftung. Schläfer, die in der Nacht stark schwitzen, profitieren von dieser atmungsaktiven Matratzenart. Überdies sind Federkernmatratzen robust und formstabil. Insbesondere die Bonellfedermatratze gibt zuweilen aber schnell nach. Besser sind in diesem Fall Taschenkernmatratzen, die eine höhere Punktelastizität aufweisen.
Latexmatratzen gelten als besonders hochwertig. Sie weisen eine gute Belüftung und Anpassungsfähigkeit auf, versprechen angenehme Nächte, sind aber recht schwer. Kaltschaummatratzen zeichnen sich wiederum dadurch aus, dass sie die Wärme gut zurückhalten, was insbesondere Personen, die im Bett schnell frieren, erfreut. Auch die Punktelastizität der Matratze ist in der Regel ausgezeichnet, vorausgesetzt, dass das Raumgewicht stimmt. Experten empfehlen bei Kaltschaummatratzen ein Raumgewicht von mindestens 40 kg pro Quadratmeter.

Das Kissen und die Bettdecke

Damit der gute Schlaf perfekt ist, sollten auch die Bettdecke und das Kopfkissen stimmen. Bei der Bettdecke ist zu beachten, dass diese für 80 % der Wärme im Bett verantwortlich ist. Menschen, die schnell frieren, sind mit kuscheligen Feder- und Daumendecken gut bedient. Eher kaltblütige Personen hingegen haben mit Decken aus Naturhaar eher ihre Freude, auch weil diese viel an Wärme und Feuchtigkeit wieder aufnehmen. Ein gutes Kopfkissen ist wiederum angenehm weich und sollte dazu in der Lage sein, den Nacken zu stützen und den Hohlraum zwischen Schulter und Wirbelsäule auszufüllen. Die natürliche Form der Wirbelsäule sollte beim Schlafen auf einem Kissen unterstützt werden.

(vo)
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