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Wien: Dicke Flugreisende haben erhöhtes Thrombose-Risiko

Wien : Dicke Flugreisende haben erhöhtes Thrombose-Risiko

Starkes Übergewicht oder die Einnahme von Anti- Babypillen könnten das Risiko von Thrombosen nach einer Flugreise um das Hunderfache des Normalen erhöhen.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, über die auf dem 12. Jahreskongress der Europäischen Hämatologischen Vereinigung (EHA) in Wien berichtet wurde. Auch ohne besondere Risikofaktoren erhöht sich bei Flugreisen das Risiko von Thrombosen in den Beinen um das Zwei- bis Dreifache, betonte der holländische Hämatologe Frits R. Rosendaal von der Universität in Leiden. Insgesamt, so gehe aus der WHO-Studie hervor, sei das Risiko für Flugreisende allerdings „ziemlich gering”.

Für die Untersuchung wurden 2000 an Thrombosen erkrankte Patienten untersucht sowie 9000 Vielflieger. Dabei fanden die Mediziner heraus, dass das Risiko eines Blutgerinnsels acht Wochen nach einem Flug von mehr als vier Stunden um das Zwei bis Dreifache stieg. Insgesamt entwickele einer von 4500 Reisenden eine Thrombose.

Rosendaal: „Studien, die einen Versuchsflug mit Freiwilligen einschlossen, zeigten, dass die mangelnde Bewegung auf Langstreckenflügen der Hauptgrund für die Bildung von Blutgerinnseln ist.” Allerdings könnte auch der niedrige Druck in der Kabine dazu beitragen.

Rosendaal bedauerte, dass nach dem Tod einer jungen Frau nach einem Langstreckenflug nach Australien im Jahr 2000 das Interesse and dem Phänomen stark nachgelassen habe. „Angesichts der Tatsache, dass jährlich zwei Milliarden Menschen ein Flugzeug besteigen, sollte die Gefahr einer Thrombose sehr ernst genommen werden.”