1. Leben
  2. Gesundheit

Diabetes mellitus: Vergleich verschiedener Formen

„Zuckerkrankheit“ : Diabetes mellitus: Das sind die Formen

Diabetes mellitus ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, die umgangssprachlich häufig als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet werden. Über sieben Prozent der deutschen Erwachsenen sind davon betroffen.

Der Text stellt die wichtigsten Symptome einer Erkrankung dar und zeigt, wie sich die Ursachen der Subtypen unterscheiden.

Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2

Die Erkrankung des Glukosestoffwechsels kommt in verschiedenen Varianten vor, wobei die beiden Hauptformen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 sind. Diese wirken sich jeweils auf einige wichtige Körperfunktionen aus und sind damit von so großer Bedeutung, dass das Bundesgesundheitsministerium jährlich etwa drei Millionen Euro allein für Projekte im Zusammenhang mit diesem Krankheitsbild investiert.

Alle Formen des Diabetes mellitus haben gemeinsam, dass sie die Produktion oder Wirkungsweise des Insulins betreffen. Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und in den Blutkreislauf ausgeschüttet wird. Es ist als Botenstoff dafür zuständig, dass die Nahrung verstoffwechselt, also zu den Zielzellen transportiert und dort aufgenommen werden kann –insbesondere für alle aus der Nahrung aufgenommenen Zucker. Doch worin liegt nun der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2?

Diabetes mellitus Typ 1 – Besonderheiten und Symptome

Diabetes mellitus Typ 1 tritt in der Regel bereits im Kindes- und Jugendalter auf und wird daher auch als juveniler, also jugendlicher Diabetes bezeichnet.

Diese Form der Erkrankung betrifft in Deutschland insgesamt etwa 200.000 Menschen und führt unbehandelt schnell zu deutlichen Symptomen, die nicht nur die Lebensqualität stark beeinträchtigen, sondern auch bis zum Tod führen können.

Diabetes vom Typ 1 tritt dann auf, wenn die sogenannten Betazellen der Bauchspeicheldrüse nicht mehr funktionieren und kein Insulin produzieren. Bei dieser Form der Erkrankung liegt also ein absoluter Insulinmangel vor, der unbehandelt zur Folge hat, dass der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 spüren diesen Zustand an folgenden Symptomen:

  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Übelkeit
  • gesteigertes Durstempfinden
  • häufiges Wasserlassen, auch ohne erhöhte Flüssigkeitszufuhr
  • Schwindel

Sind die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum deutlich erhöht, so kann dies zu Störungen des Bewusstseins, bis hin zur Ohnmacht – dem diabetischen Koma – oder unbehandelt bis hin zum Tod führen. Des Weiteren können irreparable Schäden an Blutgefäßen, Nervenbahnen sowie Gewebsstrukturen auftreten.

Menschen, die an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt sind, sind lebenslang auf eine individuell angepasste Insulintherapie angewiesen. Noch vor etwas über 100 Jahren gab es diese noch nicht, und so war die Lebenserwartung der betroffenen Personen deutlich reduziert.

Erst seit Insulin als Medikament verfügbar ist und das fehlende, körpereigene Hormon ersetzt werden kann, lassen sich die Folgen des dauerhaft erhöhten Blutzuckers verhindern.

Diabetes mellitus Typ 2 - Besonderheiten und Symptome

Die Symptome, durch die Betroffene auf eine mögliche Diagnose von Diabetes mellitus Typ 2 aufmerksam werden, sind die gleichen wie beim Typ 1. Der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 liegt also woanders.

Diese Form der Erkrankung wird auch als Altersdiabetes bezeichnet, da er sich oftmals erst im höheren Alter zeigt. Dazu ist diese Variante mit Abstand die Häufigste, denn etwa 90 Prozent aller Personen mit Diabetes leiden unter dem Typ 2.

Wie weiter oben bereits erläutert, ist Insulin für den Zuckerstoffwechsel zuständig. Anders als beim Typ 1 liegt beim Typ 2 zunächst jedoch kein Insulinmangel vor. Das Hormon wird weiterhin in der Bauchspeicheldrüse produziert, kann jedoch seine Wirkung an den Zielzellen der Organe nicht vollständig entfalten. Dieser Zustand, in dessen Folge es ebenfalls zu gesteigerten Blutzuckerwerten kommt, wird auch als Insulinresistenz bezeichnet.

Über einen gewissen Zeitraum ist der menschliche Körper in der Lage, die Insulinresistenz durch eine gesteigerte Produktion des Hormons auszugleichen. Die Bauchspeicheldrüse schüttet einfach mehr Insulin aus, um den im Blut verbliebenen Blutzucker transportieren zu können. Doch nach einiger Zeit ist das Organ erschöpft, es kann nicht noch mehr Insulin liefern. Der Blutzuckerspiegel steigt an, was die bekannten Folgen des unbehandelten Diabetes mellitus nach sich zieht. Bei dieser Variante kann zunächst eine Ernährungstherapie gestartet werden, bevor Medikamente zum Einsatz kommen oder Insulin bei fortgeschrittener Erkrankung doch ersetzt werden muss.

Weiterer Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2

Was die beiden Diabetesformen außerdem unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Entstehung von Typ 1 nicht beeinflusst werden kann. Diabetes mellitus Typ 2 tritt hingegen oft aufgrund eines ungünstigen Lebensstils auf. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • erhöhtes Körpergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • zucker- und fettreiche Lebensmittelauswahl

Des Weiteren können verschiedene Medikamente dazu beitragen, den Zuckerstoffwechsel zu beeinträchtigen und auch ein familiär gehäuftes Vorkommen der Erkrankung ist denkbar.

Für Betroffene existieren heutzutage Behandlungsmöglichkeiten, die an die individuellen Voraussetzungen angepasst sind und einfach in den Alltag integriert werden können. Lassen Sie sich von einem Facharzt für Diabetes beraten.