Hamburg/Berlin: Den Nebenwirkungen der Feiertage vorbeugen

Hamburg/Berlin: Den Nebenwirkungen der Feiertage vorbeugen

So schön die Feiertage rund um Weihnachten und Silvester sind - das lange Sitzen und die vielen reichhaltigen Mahlzeiten nagen bei vielen Menschen an der Substanz.

Plötzlich schmerzt der Rücken, zwickt der Bauch oder plagen schwere Beine. Und obwohl man eigentlich nur gemütlich zusammen war, fühlt man sich am Abend hundemüde und kaputt. Stephan Bernhardt vom Deutschen Hausärzteverband e.V. erklärt: „An den Feiertagen übertreibt man es schnell, der Körper wird mit dem vielen Essen, Alkohol und fehlender Bewegung regelrecht schachmatt gesetzt.” Doch soweit muss es nicht kommen. Wer den Nebenwirkungen der Feiertage vorbeugen will, kann mit einfachen Tricks viel erreichen.

Weniger ist mehr

Fette Gans, Rotkohl und Klöße, Karpfen Blau, Würstchen mit Kartoffelsalat, Pudding, Kuchen, Sahne, Käseplatte, Rotwein und Mitternachtsbufett - die Liste der Feiertagsleckereien ist lang. Je mehr Besuche man hat oder absolviert, desto mehr Mahlzeiten bekommt man vorgesetzt: „Das viele Essen kann den Stoffwechsel des Körpers überfordern, ein geblähtes Gefühl oder sogar Bauchschmerzen sind die Folge”, warnt der Allgemeinmediziner mit eigener Praxis aus Berlin. Sein Tipp: „Essen Sie in Maßen! Weniger ist definitiv mehr.” Damit die Zurückhaltung gelingt, helfe es, möglichst langsam zu essen und viel Wasser zu trinken. „Und hören Sie auf, sobald das Hungergefühl verfliegt.” Sinnvoll sei es auch, den Teller mit gesunden Ballaststoffen zu füllen, die leichter verdaut werden und nicht so schwer im Magen liegen: „Nehmen Sie nur einmal Gans und dafür zweimal Gemüse.”

Jeder Schritt hilft

Nach dem Essen sollst du nicht ruhen, „sondern in jedem Fall tausend Schritte tun”, empfiehlt Berhardt. Auch wenn es gerade schneit oder regnet. Bewegung sei das A und O, um den Körper fit zu halten, ganz besonders an den sitzlastigen Feiertagen: „Ein Spaziergang nach dem Essen kurbelt die Verdauung an, man fühlt sich erholter und fitter.” Auch zwischendurch, zum Beispiel beim Kaffeetrinken oder beim gemütlichen Zusammensitzen auf dem Sofa, sollten die Beine immer mal wieder bewegt werden. „Stehen Sie öfter mal auf, strecken und recken Sie sich.” Eindringlich warnt der Experte vor vermeintlichen „Verdauungshilfen” wie Kräuterschnaps oder -likör: „Auch wenn immer wieder gesagt wird, dass Alkohol nach fettem Essen hilft: Dafür gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg, im Gegenteil”, betont der Allgemeinmediziner. Der Schnaps sorge nur für ein noch trägeres Gefühl. „Ein frisch gepresster Orangensaft wirkt tausendmal besser, denn er versorgt den Körper mit vielen Vitaminen!”

Kleine Übungen beugen Schmerzen vor

Wer stundenlang auf einem weichen Sofa sitzt, bekommt schnell Rückenschmerzen. Ähnlich nach langen Autofahrten, die häufig an den Feiertagen anstehen. Der Mediziner empfiehlt daher, kleine gezielte Bewegungseinheiten zu nutzen: „Lassen Sie im Sitzen die Füße kreisen, strecken Sie den Rücken und die Schultern, machen Sie Übungen, die Ihnen gut tun.” Wichtig sei es, immer mal wieder die Position zu wechseln. „Sitzen Sie nicht immer in der gleichen Haltung, wechseln Sie vom Sofa auf den Stuhl, rücken Sie mit dem Po mal nach vorne, dann wieder nach hinten.” Wer Probleme mit schweren Beinen hat, kann an langen Sitztagen auch Kompressionsstrümpfe anziehen: „Das beugt dann ähnlich wie im Flugzeug Ödemen und Krampfadern vor, da die Durchblutung in den Beinen gestärkt wird.”

Turbo-Wachmacher

Wenn der Vorabend lang war, hilft morgens eine Dusche, um wieder fit zu werden, sagt Bernhardt: „Am besten als Wechseldusche mit kalten Güssen.” Oder man läuft eine Runde an der frischen Luft. „Das wirkt wie eine Sauerstoffdusche und kurbelt den müden Kreislauf ordentlich an.”

Mehr von Aachener Zeitung