Köln: Dehnübungen sind eine eigene Trainingseinheit

Köln: Dehnübungen sind eine eigene Trainingseinheit

Das Dehnen der Muskeln vor dem Sport ist in den vergangenen Jahren zunehmend in die Kritik geraten. Viele Freizeitsportler sind verunsichert, ob und wann Dehnübungen in das Training integriert werden können und sollen.

„Verteufeln muss man die dynamischen Dehnübungen auf keinen Fall”, sagt Ursula Hildebrandt, Ärztin am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Sporthochschule in Köln und dort verantwortlich für präventive und rehabilitative Sport- und Leistungsmedizin.

„Wir empfehlen, das Dehnen als eigene Trainingseinheit zu begreifen”, sagt Hildebrandt. 10 bis 15 Minuten sollte eine solche Dehngymnastik dauern und regelmäßiges Training kann Beweglichkeit und Gelenkigkeit verbessern. Wichtig ist, dass dynamisch gedehnt wird. Das bedeute im Gegensatz zu statischem Dehnen, dass das beteiligte Gelenk - wie beispielsweise das Knie - bei der Übung sanft mitschwinge.

„Vor dem Sport sollte das Dehnen allerdings auf jeden Fall vermieden werden, weil die Verletzungsgefahr für Sehnen und Bänder steigt.” Besser sei es, sich locker warmzulaufen - auch vor dem Joggen, Radfahren oder anderen Ausdauersportarten. „Auch nach dem Sport sollten die Sportler mit dem Dehnen vorsichtig sein”, sagt Hildebrandt, denn mikroskopische Risse können verstärkt werden, wenn die Muskeln unter Spannung gesetzt werden.

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