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Frankfurt/Main/Berlin: Damit das T-Shirt trocken bleibt: Mit Deos gegen das Schwitzen

Frankfurt/Main/Berlin : Damit das T-Shirt trocken bleibt: Mit Deos gegen das Schwitzen

Leuchtendes Rot, Stahlblau, Silber, Grün und Schwarz: Vor dem Drogerieregal bietet sich im Sommer ein buntes Bild - und immer größer werden die Dosen und immer aufwendiger die Verpackungen.

Oft klingt der Aufdruck außerdem so, als sei die Wirkung von Deos neu erfunden worden - und der Duft gleich dazu. Denn Deos sind heute mehr denn je Lifestyle-Produkte.

Dabei sollen sie vor allem Sicherheit bieten, wenn sich bei Hitze, körperlicher Anstrengung und Stress der Körpergeruch in den Vordergrund drängt. Vor allem in diesem Sommer sind die Flecken unter den Armen nicht zu gebrauchen. Denn auf der aktuellen Mode in Knallfarben wie Rot, Pink oder Gelb fällt jede dunkle Stelle gnadenlos auf.

Den meisten ist ihr Wohlgeruch dabei gar nicht so viel wert: „Die meisten Deos sind auf den Massenmarkt ausgerichtet”, sagt Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt. Das heißt, sie kosten weniger als zehn Euro und sind keine Designerdüfte. Dabei ist es den meisten sehr wichtig, wie sie riechen: Der Markt wuchs laut IKW im vergangenen Jahr um vier Prozent, ob Spray, Roller oder Kristall.

„Bei den Verbrauchern sind Deosprays nach wie vor mit Abstand am beliebtesten”, sagt Huber - Kunden schätzen vor allem das „trockene Gefühl”. Grundsätzlich wird zwischen Deodorant und Antitranspirant unterschieden. Der Hauptunterschied liegt in der Wirkungsweise: Deodorants übertünchen in erster Linie den Körpergeruch, Antitranspirante wie Deo-Kristalle regulieren die Schweißabsonderung. Wer was benutzt, hat vor allem mit der Haut und der Verträglichkeit zu tun.

Denn viele Menschen reagieren mit gereizter Achselhaut auf Deos. Allergiker oder Nutzer mit empfindlicher Haut sollten daher bei der Auswahl ihrer Körperpflegemittel auf die Inhaltsstoffe achten, um Rötungen, Pusteln und Quaddeln vorzubeugen. „Hautirritationen können das Resultat von Kontaktallergien oder chemisch-toxischen Reizungen sein”, sagt Gertraud Kremer, Hautärztin aus Berlin. Besonders gegen Emulgatoren, Konservierungs- und Duftstoffe sind viele allergisch.

Mit Abstand am häufigsten kämen allergische Reaktionen auf Duftstoffe vor. „Wer von seiner Duftstoff-Allergie weiß, sollte daher auf Produkte ohne Parfüm zurückgreifen”, rät Kremer. Sie seien speziell gekennzeichnet und mittlerweile in jedem Supermarkt zu haben. Dasselbe gilt für Deos ohne Emulgatoren, Konservierungsstoffe oder ohne Alkohol. Denn der reizt bei vielen die Haut zusätzlich.

Der Blick auf das Etikett hilft aber meist nur wenig: „Der Otto- Normal-Verbraucher kann mit der Aufzählung der Inhaltsstoffe nicht viel anfangen. Da werden ausschließlich Fachbegriffe aus der Chemie aufgeführt”, erläutert die Hautärztin. Außerdem sei die Schrift auf den Etiketten meist so klein, dass man sie kaum entziffern könne. Ein weiteres Problem sei, dass bestimmte Inhaltsstoffe erst ab einer bestimmten Konzentration auf den Etiketten aufgeführt werden müssten.

Manche Verbraucher reagierten zum Beispiel auf das Konservierungsmittel Formalin sehr sensibel. „Dennoch kommt es immer wieder auch bei Produkten zu Problemen, die ausdrücklich als "ohne Konservierungsstoffe" gekennzeichnet sind”, sagt Kremer. In solchen Fällen sei die Formalin-Konzentration so gering, dass sie nicht angegeben werden müsse. Dennoch genüge die Menge, um eine allergische Reaktion auszulösen.

Aber nicht nur beim Kauf, auch bei der Anwendung gilt es einige Dinge zu beachten. So sollten Verbraucher die Produkte nicht unmittelbar nach dem Rasieren der Achselhaare auftragen, rät die Stiftung Warentest in Berlin. Außerdem sollte immer auf die frisch gewaschene Haut gesprüht oder gerollert werden - nur so könnten die Produkte effektiv wirken.

„Der Säureschutzmantel der Haut ist unmittelbar nach dem Rasieren angegriffen”, erklärt Kremer. Reizungen kämen dann viel öfter vor. Ähnlich verhalte es sich bei enger, scheuernder Kleidung. „Grundsätzlich riecht enthaarte Haut weniger”, sagt sie - ein weiterer Tipp.

Und wer zu starkem Schwitzen neigt, sollte keine Kleidung mit hohem Kunststofffaseranteil tragen: „Synthetische Stoffe provozieren Schweißgeruch geradezu.” Und auch wenn die Deo-Verpackung ein ganz anderes Lebensgefühl verspricht: Das ist dann wirklich wenig stylish.