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Berlin: Brustwarzen können durch falsches Stillen verletzt werden

Berlin : Brustwarzen können durch falsches Stillen verletzt werden

Beim Stillen eines Säuglings werden die Brustwarzen der Mutter mitunter stark in Mitleidenschaft gezogen. Schmerzhafte Verletzungen und Entzündungen können jedoch oft vermieden werden.

In den meisten Fällen sind sie das Resultat einer falschen Anlegetechnik. „Wenn die Brustwarze beim Stillen nicht tief genug im Mund liegt, scheuert sie am Gaumen, an der Zunge oder an der Kauleiste des Säuglings. Schon einmaliges Stillen in einer ungünstigen Position kann dazu führen, dass die zarte Haut der Brustwarze aufgerieben wird”, sagt Lisa Fehrenbach, Beauftragte für Stillen und Ernährung beim Deutschen Hebammenverband (BDH).

Zu Beginn der Stillphase sei es normal, dass die Brustwarzen empfindlich auf das Saugen reagierten. „Die Reizung fühlt sich dann ein bisschen an wie ein Sonnenbrand und verschwindet üblicherweise nach ein bis zwei Wochen”, sagt Fehrenbach. Wichtig sei, dass man das Kind so früh wie möglich nach der Geburt zum ersten Mal anlege. „Die Babys sind zu diesem Zeitpunkt ganz wach und lernen am schnellsten, wie sie die Brustwarze richtig greifen können”, sagt Fehrenbach.

Mütter sollten während der ganzen Stillzeit darauf achten, dass ihre Brustwarzen beim Stillen tief genug im Mund des Babys liegen. „Verspürt man einen anhaltenden Schmerz, sollte man das Kind noch einmal neu anlegen”, sagt Fehrenbach. Damit das Baby die Brustwarze beim Stillen richtig umfassen kann, sollte es Bauch an Bauch mit der Mutter und auf einer Höhe mit der Brustwarze liegen.

„Wenn das Kind zu tief liegt oder den Kopf zu sehr verdrehen muss, kann es passieren, dass die Brustwarze am Gaumen oder an der Zunge des Babys scheuert oder dass es sich instinktiv mit dem Kiefer an der Brustwarze festklammert und sie dadurch verletzt”, sagt Fehrenbach.

Um die empfindliche Brustwarzen-Haut gesund zu pflegen, sei Muttermilch immer noch das beste Mittel. „Die Milch enthält antibakterielle Stoffe und unterstützt die Wundheilung ideal. Auch eine spezielle Lanolin-Salbe, die dem Baby nicht schadet, kann man auf die Wunde auftragen”, sagt Fehrenbach.

Zur Reinigung der Brustwarze sollte man nur Wasser oder eine PH-neutrale Seife verwenden, um die Haut nicht zu reizen. „Damit die Haut besser abheilt, kann man in der Apotheke spezielle Plastikkäppchen, genannt Brustwarzenschutz kaufen, die die Brustwarze vor Berührungen schützen”, sagt Fehrenbach.

Von vorbereitenden Rosskuren mit Zahnbürste oder Zitronensaft rät die Hebamme jedoch ab: „Diese Methoden bringen nichts, sondern machen die Brustwarze unter Umständen noch empfindlicher”, sagt Fehrenbach.