Berlin: Brustschmerzen — das kann dahinter stecken

Berlin: Brustschmerzen — das kann dahinter stecken

Von harmlos bis lebensbedrohlich - Brustschmerzen, von Medizinern auch als Thoraxschmerzen bezeichnet, können durch vielfältige Ursachen hervorgerufen werden, da im Brustkorb viele wichtige Organe, Gefäße und Muskeln liegen.

Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Auslöser für Schmerzen in der Brust und verraten Ihnen, was bei einer ärztlichen Untersuchung passiert.

Chronische Schmerzen in der Brust

- Eine Speiseröhrenentzündung: Hierbei wird die innere Wand der Speiseröhre durch einen Säurerückfluss aus dem Magen angegriffen, was brennende Schmerzen verursachen kann.

- Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates wie ein Rundrücken oder Verspannungen der Muskulatur: Hierbei sind die Muskeln, beispielsweise durch zu viel Sitzen, verkürzt oder verspannt und schmerzen.

- Erkrankungen des Brustfells (Pleura): Das Rippenfell kleidet die Brusthöhle von innen aus und kann zum Beispiel durch einen Tumor geschädigt sein. Auch ein sogenannter Pleuraerguss, eine Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Rippenfells kann zu Brustschmerzen führen.

Überdies kann ein Tumor in den Bronchien für Thoraxschmerzen verantwortlich sein. Hauptrisiko für das Entstehen eines solchen Bronchialtumors ist das Rauchen. Betroffene leiden häufig auch an Atemnot und sind öfter mal erkältet.

Es sticht und drückt plötzlich: Ursachen für akute Brustschmerzen

Akute, also plötzlich auftretende Schmerzen im Brustbereich weisen den Arzt auf andere zugrundeliegende Erkrankungen, als wenn Patienten regelmäßig mit Schmerzen in der Brust zu tun haben. Außerdem macht es einen Unterschied, ob die akuten Brustschmerzen zusammen mit Fieber auftreten. Diese Erkrankungen können hinter akuten Thoraxschmerzen mit Fieber beispielsweise stecken:

- Eine Bronchitis oder Lungenentzündung: Betroffene leiden zudem an Husten, meist mit Auswurf. Ursache ist in vielen Fällen eine nicht ausgeheilte Erkältung, also ein viraler Infekt.

- Entzündungen des Herzens: Das Herz ist im Prinzip ein großer Muskel, der das Blut durch unseren Körper pumpt. Verschiedene Schichten dieses Muskels können sich, beispielsweise durch eine verschleppte Erkältung, entzünden, wodurch Brustschmerzen entstehen können.

- Eine Rippen- oder Brustfellentzündung: Bei dieser Erkrankung sind die Schutzhäute, die Lunge und Brustkorb umgeben, entzündet. Meist kommen Symptome wie Husten hinzu, die Schmerzen in der Brust werden beim Atmen stärker.

Daneben kommen für akute Brustschmerzen auch Ursachen infrage, die normalerweise nicht mit Fieber einhergehen. Einen Herzinfarkt erkennen Sie beispielsweise an drückenden, beklemmenden Schmerzen, die direkt hinter dem Brustbein lokalisiert sind. Die Brustschmerzen können auch in den Oberbauch, in den Rücken oder in den linken Arm ausstrahlen und gehen mit Schwindel, Atemnot und Schwindel einher.

Auch eine Angina pectoris oder ein Pneumothorax, bei dem Luft zwischen Lunge und Brustwand in den sogenannten Pleuraspalt eindringt, können zu akuten Brustschmerzen führen.

Was macht der Arzt bei Brustschmerzen?

Schmerzen in der Brust stellen selbst erfahrene Ärzte vor Herausforderungen. Deshalb sollten Brustschmerzen immer ernst genommen werden und medizinisch untersucht werden. Wie auch immer die Diagnose später aussehen wird - ob Lungenentzündung oder nur ein verspannter Muskel -, zur Diagnose sollte der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen.

Dabei wird der Brustkorb abgetastet, um die Schmerzen möglichst genau zu verorten. Manchmal nimmt der Arzt auch ein Stethoskop zur Hilfe, um Herztöne oder die Atemwege abzuhören. Am wichtigsten ist jedoch die Anamnese, das ausführliche Gespräch mit dem Arzt. Dabei können diese Fragen gestellt werden:

- Gibt es einen speziellen Auslöser oder eine Situation, in der die Schmerzen auftreten?

- Nehmen Sie Medikamente ein oder haben Sie Allergien?

- Leid en Sie an Grunderkrankungen oder hatten Sie kürzlich einen Infekt?

- Tritt zusätzlich Atemnot auf?

Gegebenenfalls folgt eine Blutuntersuchung, ein Elektrokardiogramm (EKG) und eine Röntgenaufnahme. Treten die Brustschmerzen zusammen mit Ohnmacht, Schwindel, starker Atemnot oder Herzrhythmusstörungen auf, sollten Sie nicht zögern, einen Notarzt zu rufen.

(vo)