München: Botox könnte gegen chronische Migräne helfen

München: Botox könnte gegen chronische Migräne helfen

Patienten mit chronischer, fast täglich auftretender Migräne könnten bald von einer neuen Behandlung profitieren. Darauf weist die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in München hin.

Es werde erwartet, dass das Bakteriengift Botulinumtoxin, kurz Botox, bald in Deutschland als Spritze in die Kopf- und Nackenmuskulatur von Migränepatienten zugelassen wird. Die Behandlung sei spezialisierten Praxen oder Zentren vorbehalten und bei richtiger Anwendung sehr nebenwirkungsarm.

Die Gesellschaft beruft sich auf zwei Studien, bei denen rund 1380 Erwachsene untersucht und behandelt wurden. Demnach lassen sich durch Botox sowohl die monatlichen Tage mit Migräne als auch der übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln deutlich senken.

Die Behandlung helfe allerdings nicht bei normaler Migräne und Spannungskopfschmerzen, erläutert der DMKG-Präsident Prof. Arne May von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Unbekannt sei außerdem, warum Botox gerade bei den chronischen Formen so erfolgreich ist. Bisher wird es für kosmetische Zwecke eingesetzt, um Falten zu glätten.