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Regensburg: Botenstoff ist für Antriebslosigkeit nach Trennung verantwortlich

Regensburg : Botenstoff ist für Antriebslosigkeit nach Trennung verantwortlich

Lustlosigkeit, Mattigkeit, Trauer - wer einen Partner verliert, dem ist nach der Trennung meistens alles andere erst einmal völlig egal.

Genau wie viele andere Gefühle ist auch dieses auf eine Reaktion im Gehirn zurückzuführen. Forscher sind jetzt auf einen Botenstoff gestoßen, der offenbar für die Antriebslosigkeit nach dem Ende einer Partnerschaft verantwortlich ist.

Bereits bekannt war, dass dieser Botenstoff namens Corticotropin Releasing Hormon vermehrt bei Stress ausgeschüttet wird und bei depressiven Patienten eine Rolle spielt. „Wir stellen nun erstmals eine direkte Verbindung von Corticotropin Releasing Hormon zu depressivem Verhalten nach Verlust des Partners her”, erklärt Oliver Bosch von der Universität Regensburg, der zusammen mit Professor Inga Neumann und Kollegen von der Emory University in Atlanta (USA) das Phänomen erforscht hat.

Um einen Zusammenhang zwischen der Ausschüttung des Botenstoffs im Gehirn und dem Verhalten von Verlassenen nachzuweisen, experimentierten die Forscher mit monogam lebenden Prärie-Wühlmäusen, die üblicherweise lebenslange Partnerschaften eingehen. Wurden die Männchen plötzlich von ihren weiblichen Partnertieren getrennt, verfielen sie in Passivität, was die Wissenschaftler als depressives Verhalten deuteten.

In weiteren Untersuchungen konnte herausgefunden werden, dass eine hohe Konzentration des Botenstoffs Corticotropin Releasing Hormon im Gehirn der Tiere für den Stimmungswandel verantwortlich war. Den Forschern gelang es, den für den Botenstoff zuständigen Rezeptor zu blockieren, worauf die Tiere wieder munterer wurden.

Zu ihrer Überraschung fanden die Wissenschaftler allerdings auch heraus, dass der Botenstoff bereits während einer Partnerschaft in verstärktem Maße im Gehirn produziert wird. Die negativen Auswirkungen werden aber erst sichtbar, wenn es zu einer Trennung kommt. „Somit kann man sich dieses System wie eine Kanone vorstellen, welche durch die Paarbindung geladen, aber erst durch die Trennung abgefeuert wird”, erläutert Bosch.