Coesfeld: Borreliose-Test ist nicht unbedingt Beleg für eine Erkrankung

Coesfeld: Borreliose-Test ist nicht unbedingt Beleg für eine Erkrankung

Mit der warmen Jahreszeit beginnt auch die Zeckensaison. Die in Deutschland am häufigsten durch Zecken übertragene Erkrankung ist laut Robert-Koch-Institut die Lyme-Borreliose.

„Wer nach einem Zeckenbiss fürchtet, sich infiziert zu haben, der kann einen Borreliose-Test bei sich durchführen lassen”, erklärt Ansgar Arend, Allgemeinmediziner aus Coesfeld.

Der am häufigsten durchgeführte Test beruhe darauf, Antikörper gegen Borrelien, also gegen die Bakterien, die eine Lyme-Borreliose verursachen, im Körper des Betroffenen nachzuweisen. Den Patienten müsse allerdings bewusst sein, sagt Arend, dass dieser Bluttest lediglich die Diagnose unterstütze: „Ein positives Labor-Ergebnis beweist zwar, dass man Kontakt zu Borrelien hatte, doch noch lange nicht, dass man auch an Borreliose erkrankt ist.”

Arend ergänzt: „Das Ganze ist nur sinnvoll, wenn der Patient auch Symptome zeigt, die zu einer Borreliose passen, also Kopf-, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Fieber oder die charakteristische Rötung an der Einstichstelle. Dann verschreibe ich Antibiotika und würde zur Überprüfung auch den Borrelien-Test durchführen lassen.”

Jährlich erkranken deutschlandweit etwa 60.000 bis 100.000 Menschen an Borreliose. Mit Borrelien infizierte Zecken treten im gesamten Bundesgebiet auf. Das Risiko einer Erkrankung sei allerdings gering: „Die Krankheit bricht nur bei vier Prozent der von infizierten Zecken gebissenen Menschen tatsächlich aus”, sagt Arend.

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