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Blasenentzündung beim Mann?

Zystitis : Blasenentzündung beim Mann?

Blasenentzündung. Das ist doch eigentlich ein Frauenthema, oder? So zumindest denken viele Männer. Tatsächlich tritt die Erkrankung bei ihnen deutlich seltener auf – ist dann aber oft schwerwiegender.

Erfahren Sie alles zu Ursachen sowie Symptomen einer Blasenentzündung (Zystitis) und wie Männer sich behandeln lassen können.

Männer und Blasentzündung? Das sind die Ursachen!

Ähnlich wie bei Frauen sind in vielen Fällen die Auslöser einer Blasenentzündung auch beim Mann Bakterien.[ii] Oft gehören die Bakterien der menschlichen Darmflora wie Enterokokken oder E. coli an. Durch die Nähe zur Harnröhre haben sie es nicht allzu weit, was eine Infektion begünstigt.

Leiden Männer außerdem an einer Vergrößerung der Prostata, entleert sich möglicherweise die Harnblase nicht mehr vollständig. So entsteht ein idealer Nährboden für Keime. Wandern diese aus der Blase zur Prostata, können sie dort eine bakterielle Prostatitis auslösen.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Blasenentzündung auch bei einer geschwächten Immunabwehr auftritt. Außerdem kann Kälte die Infektion fördern, da dann der Beckenbereich schlechter durchblutet ist. In der Folge patrouillieren in diesem Körperbereich weniger Immunzellen. Vermehrter Geschlechtsverkehr und vor allem ungeschützter Analsex fördern unter Umständen die Zystitis beim Mann. Dasselbe gilt für eine mangelnde Intimhygiene.

Symptome der Blasenentzündung beim Mann

Häufiger Harndrang ist ein übliches Symptom, das ein Mann mit einer Blasenentzündung verspürt. Außerdem brennt es beim Wasserlassen stark. Dabei können die Schmerzen bis in Penis, Damm und Unterleib ausstrahlen. Mitunter ist der Harnstrahl auch nicht mehr so kräftig wie gewohnt und die Patienten verlieren – etwa beim Husten oder Niesen – unkontrolliert Urin.

Bei fortschreitender Infektion kann Ausfluss aus der Harnröhre austreten und sich Blut im Urin befinden. Ist Blut dagegen bei der Ejakulation im Sperma, haben die Keime schon auf die Prostata übergegriffen.

In manchen Fällen leiden Männer, die von einer Blasenentzündung betroffen sind, zusätzlich unter Fieber, Schüttelfrost und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Bei besonders schweren Verläufen treten mitunter Übelkeit und Erbrechen auf. Steigt die Infektion in die Nieren auf, kann sie eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung verursachen.

Spätestens bei deutlichen Beeinträchtigungen des Allgemeinbefindens sollten Männer mit einer Blasenentzündung unbedingt den Arzt aufsuchen, denn sie ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Als Daumenregel gilt: Patienten sollten sich eher früher als später beim Mediziner vorstellen.

Blasenentzündung beim Mann diagnostizieren

Vermutet das behandelnde Fachpersonal eine Blasenentzündung, muss der Mann zuerst eine Urinprobe abgeben. Aus dieser bestimmt der Arzt die Art der Bakterien, welche eine Infektion auslösen. Gleichzeitig kann er über ein Antibiogramm feststellen, welches Antibiotikum gegen die Keime wirksam ist. Das braucht allerdings einige Tage Zeit. Deshalb eignet sich die Form der Diagnostik zur Behandlung nur bei vergleichsweise milden Anzeichen.

Sind die Symptome heftiger, befindet sich also beispielsweise aufgrund der Zystitis schon Blut im Urin, bittet der Mediziner den Mann zum Ultraschall. Damit kann er prüfen, ob die Infektion schon auf benachbarte Organe wie Prostata oder Nieren übergegriffen hat. Bei der Untersuchung sieht er darüber hinaus, ob der Patient organische Veränderungen hat, welche die Entstehung der Blasenentzündung begünstigen oder sogar eine chronische Form der Erkrankung verursachen können.

Möglich sind außerdem Untersuchungen wie die Blasenspiegelung über eine schmale Sonde oder Röntgenaufnahmen für weitere organische Untersuchungen. Sie sind vor allem dann angebracht, wenn häufiger Harndrang den Mann immer wieder plagt.

Männer mit Blasenentzündung: Behandlung

Bei einer akuten Blasenentzündung verschreibt der Arzt betroffenen Männern ein geeignetes Antibiotikum. Im Idealfall wählt er es nach dem vorher erstellten Antibiogramm aus. Würde die Untersuchungsmethode zu viel Zeit in Anspruch nehmen – angesichts der Schwere der Symptome – wählt der Mediziner in der Regel ein Präparat, von dem nur wenige Resistenzen bekannt sind. Um die Symptome einer Zystitis zu lindern, ist es außerdem möglich, dass Patienten gegen ihre Beschwerden Schmerzmittel einnehmen.

Auch beim Mann kommen darüber hinaus begleitend Hausmittel zum Einsatz:

  • Ganz oben steht dabei die Trinkmenge – zwei bis drei Liter sollten es täglich sein.[viii] Auch wenn der Toilettengang unangenehm ist, ist es wichtig, viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee zu sich zu nehmen. Das schwemmt die Keime schneller aus und schafft für sie ungünstigere Bedingungen in der Blase.
  • Wer mag, kann zusätzlich auch Cranberrysaft zu sich nehmen. Die saure Beere schafft möglicherweise ein zusätzlich unwirtliches Milieu für Bakterien innerhalb der Blase. Die Studienlage zu diesem Hausmittel ist jedoch nicht ganz eindeutig. Schwarzer Tee, Kaffee oder gar Alkohol sind während einer Blasenentzündung für Männer hingegen tabu. Sie fördern das Bakterienwachstum und reizen die Blase.
  • Bei einer leichten Zystitis kann zusätzlich die Behandlung mit Heilpflanzen helfen. Mittel aus Meerrettichwurzel oder Kapuzinerkresse wirken antibiotisch.

Versuchen Sie es mit Wärme gegen den Schmerz, denn sie entspannt die glatte Blasenmuskulatur. Warme Umschläge sowie Sitzbäder oder eine Wärmflasche lindern oftmals die Beschwerden.