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Berlin: Bisphenol A: Lieber keine Babyfläschchen aus Polycarbonat kaufen

Berlin : Bisphenol A: Lieber keine Babyfläschchen aus Polycarbonat kaufen

Um ihr Kleinkind vor der gefährlichen Chemikalie Bisphenol A zu schützen, sollten Eltern auf Fläschchen aus dem Kunststoff Polycarbonat verzichten. Dazu rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin.

Eltern greifen besser zu Produkten aus einem anderen Kunststoff, etwa aus Polypropylen (PP). Das lasse sich allerdings nicht immer so leicht erkennen: Nur manche Fläschchen ohne Bisphenol A (BPA) seien mit der Bezeichnung „BPA-frei” versehen, sagte BUND-Chemieexperte Heribert Wefers dem dpa-Themendienst. „Im Zweifelsfall können Eltern aber immer auch zu Glasfläschchen greifen.”

Am Mittwoch hatte das Umweltbundesamt vor BPA gewarnt, weil der Stoff unter anderem die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen könne. Er ist laut BUND der Grundstoff für Polycarbonat und wird vor allem beim Erwärmen freigesetzt. Fläschchen und andere Produkte aus diesem Material seien klar und hart, erläuterte Wefers. Das gelte zum Beispiel für in vielen Haushalten gebräuchliche, durchsichtige Plastikschüsseln. Außerdem werde Bisphenol A zur Beschichtung von Konserven- und Getränkedosen eingesetzt und könne auf diese Weise in Lebensmittel gelangen.

Der BUND sprach sich dafür aus, Babyflaschen aus Polycarbonat grundsätzlich zu verbieten. In Kanada sei das bereits geschehen, und auch eine große US-amerikanische Handelskette wolle sie aus dem Sortiment verbannen. Außerdem hätten aktuelle Studien gezeigt, dass bei Erwachsenen ein Zusammenhang zwischen erhöhten BPA-Werten im Blut und Leberschäden, Diabetes sowie Herzkrankheiten bestehe. BPA sei bereits bei über 90 Prozent der Bevölkerung im Körper nachweisbar.