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Köln/Weimar: Beschwerden bei Jugendlichen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Köln/Weimar : Beschwerden bei Jugendlichen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Ein Indianer kennt keinen Schmerz: So mancher Jugendliche macht sich diesen alten Spruch gern zu eigen, wenn es um die eigene Gesundheit geht.

Doch bei bestimmten Beschwerden sollte der Gang zum Jugendarzt erfolgen - um eine behandlungsbedürftige Krankheit und eine Beeinträchtigung im Alltag zu vermeiden. „Jede Art von Beule unter der Haut, die nicht nach ein paar Tagen verschwindet oder keine Akne ist, sollte der Arzt untersuchen”, sagt Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Weimar (Thüringen). Aber auch eine schwere Akne sei ein Grund für einen Arztbesuch.

Hautverletzungen, die nicht innerhalb von einigen Stunden mit einem Wundschorf bedeckt sind und zu nässen beginnen, sollten wegen der Infektionsgefahr ebenso ärztlich versorgt werden, empfiehlt sie. Starke Kopfschmerzen, die mehrmals in der Woche auftreten oder die dafür sorgen, dass ein Teenager deshalb nachts aufwacht, sind ein weiterer Anlass für den Weg zum Arzt.

Atemprobleme, die plötzlich auftauchen, müssen genauso untersucht werden. Denn dahinter können sich eine Allergie oder Asthma verbergen. Unbehandelt führt Asthma eventuell zu lebensbedrohlichen Zuständen. Müssen Jugendliche fast alle halbe Stunde auf die Toilette, so kann eine Blasenentzündung oder der Beginn einer Zuckererkrankung die Ursache sein - sogenannter Diabetes Typ 2 hat insbesondere bei übergewichtigen Jugendlichen in den Industrienationen stark zugenommen. Eine frühe Therapie hilft, Spätschäden zu vermeiden.

Die Pubertät ist darüber hinaus eine kritische Phase für psychische Leiden. Eltern und Angehörige sollten deshalb aufmerksam werden, wenn ein Jugendlicher sich länger als zwei Wochen für nichts mehr interessiert, erschöpft wirkt und sich überfordert fühlt. Denn dies kann auf eine Depression hinweisen. Länger anhaltendes ungewöhnliches Verhalten beim Essen kann möglicherweise Anzeichen für eine Magersucht oder Bulimie sein.