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Coburg: Berufsunfähigkeitsversicherung: Verweis auf Hausarzt keine Lösung

Coburg : Berufsunfähigkeitsversicherung: Verweis auf Hausarzt keine Lösung

Wer als Antragsteller für eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Antrag nur auf Bagatellerkrankungen hinweist und ansonsten auf seinen Hausarzt verweist, kann sich später nicht darauf berufen, wenn er tatsächlich ernsthafte Erkrankungen verschwiegen hat.

Das hat das Landgericht Coburg (AZ: 22 O 558/06) entschieden. In dem Fall hatte ein Mann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen und als Vorerkrankungen eine Magen-Darm-Erkrankung, eine Grippe sowie eine Mandelentzündung angegeben und für weitere Erkrankungen auf den Hausarzt verwiesen.

Als der Mann berufsunfähig wurde und die vereinbarte Rente verlangte, stellte sich heraus, dass er neurovegetative Beschwerden sowie eine Schwerhörigkeit verschwiegen hatte. Der Versicherer verweigerte deshalb die Zahlung und wollte den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Zu Recht, wie die Coburger Richter entschieden. Denn ein Jahr vor Antragstellung war dem Mann wegen der psychischen Probleme und der Schwerhörigkeit eine Behinderung von 30 Prozent bescheinigt worden.

Solche Krankheitsbilder nicht anzugeben, während gleichzeitig harmlose Erkrankungen angegeben werden und ansonsten auf den Hausarzt verwiesen wird, betrachteten die Richter als arglistige Täuschung und ließen damit die Anfechtung des Vertrages zu.