Freiburg: Bei schwülem Wetter drinnen bleiben und genug trinken

Freiburg : Bei schwülem Wetter drinnen bleiben und genug trinken

Bei schwülem Wetter wie im Moment ist es sinnvoll, im Haus zu bleiben und viel zu trinken. Dadurch lassen sich Kreislaufprobleme vorbeugen.

„Der größte Grundsatz ist, dass man die Hitze meiden sollte”, sagte die Medizin-Meteorologin Christina Koppe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Freiburg am Mittwoch. Die Expertin rät außerdem, zwei bis drei Liter am Tag zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen. Verdünnte Fruchtsäfte oder Mineralwasser seien gut geeignet - koffeinhaltige Getränke oder Alkohol nicht.

Sinnvoll ist es auch, die Innenräume kühl zu halten: „Man sollte die Vorhänge zuziehen und nur lüften, wenn es draußen kühler ist - also nachts oder in den frühen Morgenstunden”, sagte Koppe. Ein Trick für Hausbewohner sei, die Tür zum Keller offen zu lassen und so die Kälte aus dem Erdreich zu nutzen.

Auch beim Essen ist bei schwülem Wetter ein Umdenken notwendig. „Gerichte wie Chili con Carne, die Schweiß treibend sind, sollte man nicht essen”, empfahl Koppe. Leichte Speisen seien besser für den Körper, „und es muss auch nicht immer warm sein.” Beim Schwitzen verliere der Körper viele Mineralstoffe. Salzhaltiges Gebäck helfe, den Salzmangel auszugleichen und Krämpfe zu vermeiden.

Warum das schwüle Wetter vielen Menschen Probleme bereitet, erklärte Koppe so: „Derzeit weicht die gefühlte Temperatur deutlich von der Lufttemperatur ab.” Sie liege bei 34 bis 35 Grad, in Berlin sogar teilweise bei 38 Grad - und damit deutlich über den tatsächlichen Messwerten.

Normalerweise gebe der Mensch Wärme ab, indem er schwitzt und die Feuchtigkeit auf der Haut verdunstet. „Wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, dann funktioniert das nicht”, sagte Koppe. Daher versuche der Körper, das warme Blut zum Kühlen in äußere Gefäße zu transportieren. „Das Volumen wird größer und der Blutdruck sinkt.” Die Folge sind Kreislaufprobleme und ein Erschöpfungsgefühl.

Gefährdet sind laut der Medizin-Meteorologin vor allem ältere oder kranke Menschen wie Diabetiker. Wer Medikamente nimmt, sollte sich über Nebenwirkungen bei Hitze auf dem Beipackzettel informieren oder seinen Arzt kontaktieren. Alte Menschen hätten häufig ein reduziertes Durstgefühl. „Es ist wichtig, sich zum Trinken zu zwingen”, so Koppe.

Junge Menschen sollten in diesen Tagen verstärkt auf ihre älteren Verwandten achten. Eltern von Kleinkindern sind besser vorsichtig mit dem Zudecken im Kinderwagen.

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