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Wiesbaden: Bei Schnittwunden und Kopfschmerz: Erste Hilfe aus der Hausapotheke

Wiesbaden : Bei Schnittwunden und Kopfschmerz: Erste Hilfe aus der Hausapotheke

Egal, ob beim Gurkenschälen das Messer in den Finger gerät oder man wieder einmal Opfer einer gemeinen Kopfschmerzattacke wird: In vielen Situationen ist eine Hausapotheke unerlässlich. Allerdings gibt es bei der Zusammenstellung einiges zu beachten.

„Die meisten Menschen haben in ihrer Hausapotheke nicht nur zu viele Medikamente”, sagt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden. „Die wenigsten kontrollieren sie auch regelmäßig.”

Eine Hausapotheke enthält am besten Mittel für eine ganze Reihe von Beschwerden. „Man sollte etwas gegen Kopf- und Magenschmerzen und Verdauungsprobleme darin finden”, sagt Wesiack. Auch ein Fieberthermometer und Mittel gegen Erkältungen müssen auf jeden Fall Bestandteile sein. „Da gibt es teilweise auch durchaus gute pflanzliche Produkte”, sagt Wesiack. Außerdem gehören ein Brand- und Wundgel, eine Jodtinktur zur Wunddesinfektion und unter Umständen fiebersenkende Zäpfchen hinein, sofern Kinder im Haushalt leben.

Eine Checkliste des Deutschen Apotheker Verlages in Stuttgart fügt der Zusammenstellung noch einiges hinzu: Darin werden unter anderem auch krampflösende Zäpfchen, Gurgel- und Kreislaufmittel sowie Gel gegen Sonnenbrand empfohlen. Für den Fall, dass man gestochen wird, sollten zudem eine Pinzette und eine Salbe gegen Insektenstiche im Inventar zu finden sein. Sinnvoll ist demnach auch, einen Zettel mit den wichtigsten Telefonnummern für Notfälle beizulegen.

Dabei sollten die Medikamente stets in der Originalverpackung samt Beipackzettel aufbewahrt werden - auch, damit man sich über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren kann. „Der Inhalt der Hausapotheke muss auf jeden Fall auf die persönlichen Zipperlein und die Medikamente, die man dauerhaft einnehmen muss, abgestimmt werden”, sagt Helga Fritsch, Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Apotheker (BVDA) in Frankfurt/Main.

Damit etwa bei Schnittwunden oder einem verknacksten Knöchel erste Hilfe geleistet werden kann, gehören über die Medikamente hinaus auch noch Pflaster und Verbandsmaterial sowie eine Verbandsschere in die Hausapotheke. „Bei Kindern ist durchaus auch ein Sprühpflaster sinnvoll, das noch einmal zusätzlich desinfiziert”, sagt Fritsch.

Doch nicht nur ein Medikament, auch Verbandszeug kann unbrauchbar werden, wenn es zu alt ist. „Alte Pflaster werden spröde und kleben nicht mehr so gut”, sagt Wesiack. Und bei Mull sollte man sicher gehen können, dass er noch steril ist. Deshalb ist es laut Wesiack unerlässlich, darauf zu achten, ob das Verfallsdatum überschritten ist und gegebenenfalls das Material erneuert werden muss.

Auch der restliche Inhalt der Hausapotheke sollte regelmäßig kontrolliert werden. „Am besten sieht man alle sechs Monate nach, ob das Haltbarkeitsdatum von Medikamenten und Verbandsstoffen nicht abgelaufen ist”, sagt Marianne Franzwa, Apothekerin am Vivantes Klinikum Berlin-Neukölln. „Vor allem im Juni und im Dezember laufen viele Medikamente ab.” Finden sich abgelaufene Medikamente, sollten sie - anders als etwa Pflaster und Verbandszeug - nicht in den normalen Hausmüll, sondern bei einer Apotheke entsorgt werden.

Wichtig ist zudem, dass die Hausapotheke an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort aufgehoben wird. „Auf keinen Fall sollte man sie in der Küche oder im Bad aufbewahren”, warnt BVDA-Sprecherin Fritsch. Auch direkte Sonneneinstrahlung und Nähe zur Heizung seien schlecht. Aufgrund von Feuchtigkeit und Wärme können Salben und Cremes leichter austrocknen, während sich Dragees und Kapseln zersetzen oder verfärben können. „Deshalb sollte die Hausapotheke am besten im Wohnzimmer- oder im Schlafzimmerschrank aufbewahrt werden”, empfiehlt Franzwa. Dafür gibt es spezielle Boxen, durch die auch die Feuchtigkeit nicht so schnell durchgehe.

Leben im Haushalt Kinder oder verwirrte, ältere Menschen, sollte man bei der Wahl des richtigen Aufbewahrungsortes außerdem beachten, dass die Medikamente gegebenenfalls eingeschlossen werden.

Was nicht in die Hausapotheke gehört

Nichts zu suchen haben in einer Hausapotheke verschreibungspflichtige Medikamente. „Da sollte man nur auf Mittel zurückgreifen, die frei verkäuflich sind”, sagt Wolfgang Wesiack vom Berufsverband Deutscher Internisten. Antibiotika und starke Schmerzmittel wie Opiate gehören dementsprechend also nicht hinein. Auch alte Medikamente sollte nicht aufgehoben werden, sagt Helga Fritsch vom Bundesverband Deutscher Apotheker: „Nicht, dass man dem zehnjährigen Mädchen bei Beschwerden die alten Kreislauftabletten vom Opa gibt.” Um darüber hinaus Verwechslungen zu vermeiden, sollten Tierarzneimittel separat gelagert werden.