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Berlin: Bei Schmerzen nicht gleich zur Tablette greifen

Berlin : Bei Schmerzen nicht gleich zur Tablette greifen

Ob Kopfweh, Fieber oder Rückenleiden: Schmerzmittel helfen bei vielen Beschwerden. Apotheken halten eine große Auswahl an Breitband-Schmerzpräparaten bereit. Allerdings sollte man mit der Einnahme von rezeptfreien Mitteln nicht zu lax umgehen. „Die meisten in Deutschland frei verkäuflichen Analgetika sind nicht so ungefährlich, wie viele Menschen denken”, warnt der Berliner Arzt und Schmerzexperte Jan-Peter Jansen.

Einige Wirkstoffe greifen in höherer Dosis die Leber an, andere können Schäden am Herzen auslösen. „Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure hemmt die Blutgerinnung und muss sieben Tage vor Operationen abgesetzt werden”, sagt Jansen. Dies gelte auch für kleinere Eingriffe, etwa wenn ein Zahn gezogen werden muss.

Jansen rät, bei Bagatellschmerzen nicht automatisch zu Medikamenten zu greifen. „Es ist zudem nicht so, dass handelsübliche Analgetika bei allen Formen von Schmerzen helfen”, betont der Mediziner. Bei Muskelkater, der sehr belastend sein kann, helfen Schmerzmittel beispielsweise nicht. Bei Sportverletzungen wie einer Prellung ist eine lokale Behandlung sinnvoller.

Wer sich für die Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln entscheidet, sollte eine gewisse Höchstgrenze nicht überschreiten. Experten wie Jansen verweisen auf die Richtlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft: Danach sollte man nicht mehr als zehn Tabletten an nicht mehr als drei aufeinander folgenden Tagen innerhalb eines Monats einnehmen. „Bevor man mehr nimmt, unbedingt einen Arzt konsultieren”, rät Jansen.

Ansonsten besteht die Gefahr, von den Präparaten abhängig zu werden. „Betroffene nehmen nicht selten zehn Tabletten am Tag, allerdings ohne eine Wirkung zu spüren”, sagt Jansen. Bei anderen ist das Schmerzmittel selbst der Auslöser für Kopfweh: Mediziner nennen dies Analgetika-Kopfschmerz, der durch Schmerzmittel entsteht und unterhalten wird.

Informationen zum Thema Schmerz und Schmerzmittel gibt es im Internet. Patienten können sich hier auch persönlich mit Fragen an Schmerzexperten wenden.