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Kiel: Baggern am Strand: Beach-Volleyball macht Spaß und hält fit

Kiel : Baggern am Strand: Beach-Volleyball macht Spaß und hält fit

Wer im Sommer viel Zeit am Strand verbringt, dem ist nicht immer nur nach Schwimmen oder Faulenzen zumute. Manchen befällt auch die Lust, sich nicht nur im Wasser, sondern auch an Land richtig auszutoben. Schon ein echter Klassiker unter den Strand-Sportarten ist Beach-Volleyball.

„Notfalls genügen ein Ball, zwei Stöcke und ein Flatterband von der Baustelle - fertig ist das Spielfeld”, sagt Rüdiger Naffin, Volleyballtrainer aus Kiel und Autor des Buches „Beach-Volleyball für Anfänger und Fortgeschrittene”.

Die Freiluftvariante des Hallensports ist mittlerweile so populär, dass auch in vielen Freibädern und Parks fertig eingerichtete Felder mitsamt Sand und Netzen auf Spieler warten. Für ein paar Euro Gebühr kann man hier Strandgefühle aufkommen lassen. Während die Profis meist in Zweier-Teams gegeneinander anträten, sei die Spielerzahl im Freizeitsport nebensächlich, sagt Naffin. Hier können auch vier bis fünf Spieler pro Seite dem Ball nachjagen.

Außerdem könnten Netzhöhe (bei Männern im Wettkampf 2,43 Meter, bei Frauen 2,24 Meter) und Größe des Spielfelds an das jeweilige Können angepasst werden. Der weiche Untergrund stellt allerdings höhere Anforderungen an die Fitness als ein fester Boden. „Jeder Schritt gibt nach, das ist bedeutend anstrengender”, erklärt Naffin. Dafür ermöglicht ein feinkörniger Sandboden auch spektakuläre Sprünge, um dem Ball hinterherzuhechten. Die Verletzungsgefahr sei bei sauberem, gut gepflegtem Sand relativ gering, berichtet der Trainer. Der weiche Boden schone überdies die Gelenke.

Gerade Einsteiger sollten jedoch vor dem Spiel etwa 20 Minuten Zeit für das Aufwärmen investieren. Empfehlenswert seien ein paar Lockerungs- und Dehnungsübungen für Beine, Arme sowie Finger und Hände, erläutert der Trainer: „Leichtes Traben im Sand bringt den Körper außerdem schon mal auf Betriebstemperatur.” Ansonsten drohe am nächsten Tag Muskelkater.

Der Wettstreit um die spektakulärsten Sprünge und die härtesten Schmetterbälle kann die Mitspieler allerdings auch schnell nerven. Entscheidender sei, dass ein Spielfluss zustande komme, findet Naffin. Dafür könne man den Ball beim Aufschlag auch gut und gern mal einwerfen oder ihn mit geschlossener Hand von unten spielen. Mancher Anfänger tut sich auch mit dem Baggern und dem Pritschen schwer. „Pritschen ist eigentlich ganz einfach”, ermutigt Naffin.

Die Hände werden vor der Stirn gehalten, so dass die Finger locker einen leichten Hohlraum bilden und die Daumen und die Zeigefinger ein Dreieck formen. Wenn der Ball kommt, sollte man mit den Fingern etwas zurückweichen, ihn abfedern und erst danach wieder beschleunigen. Ähnlich locker sollte auch die Bagger-Bewegung, also der Schlag von unten, ausfallen: „Wer den Ball mit weniger Spannung annimmt, dem schmerzen nach dem Spiel auch weniger die Unterarme”, betont der Trainer.

Um solche Beschwerden zu vermeiden, lohnt nach Naffins Rat zudem die Anschaffung eines speziellen Beach-Volleyballs. „Der ist größer und leichter als der Ball in der Halle”, erläutert der Volleyball-Fachmann. Für ein qualitativ hochwertiges Spielgerät müsse man allerdings oft bis zu 50 Euro ausgeben. Wichtig seien darüber hinaus ein wasserfester Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung. Auch eine stabile, festsitzende Sportsonnenbrille leistet oft gute Dienste. Auf Schuhe lasse sich dafür verzichten, sagt Naffin: „Für spezielle Sportkleidung muss man kein Geld ausgeben.”