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Berlin: Bätzing warnt vor „Spice”: Kräuter-Droge wird untersucht

Berlin : Bätzing warnt vor „Spice”: Kräuter-Droge wird untersucht

Die Kräuter-Droge „Spice” schreckt wegen möglicherweise großer Gesundheitsgefahren die Behörden auf. Die Verbreitung und die Risiken der Mischung aus getrockneten Pflanzen - insbesondere für Jugendliche - werden derzeit untersucht.

Ergebnisse seien nicht vor kommender Woche zu erwarten, sagte eine Sprecherin des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), warnte wegen „unkalkulierbarer Risiken” davor, die Kräuter zu rauchen. Angeblich haben sie Wirkungen ähnlich wie Cannabis.

Der Mix wird nach Medienberichten legal als Räucherduft auch an Minderjährige in Läden verkauft, in denen auch Wasserpfeifen und Hanfprodukte angeboten werden. In den Tütchen sollen Substanzen sein, die Halluzinationen, Empfindungsstörungen oder Euphorie hervorrufen können. Mögliche Nebenwirkungen sind nach Angaben von Konsumenten und städtischen Drogenstellen: Angst, Übelkeit, Stimmungsschwankungen. Die dauerhaften Risiken sind unerforscht.

Bätzing sagte, Hinweise auf gestiegene Nachfrage hätten sich vermehrt. Verlässliche Daten auch über die Zusammensetzung fehlten. Möglich sind den Aussagen zufolge Maßnahmen gegen den Vertrieb oder den Konsum. Bei den Fachpolitikern im Bundestag ist das Thema nach Angaben aus Fraktionskreisen derzeit noch nicht oben auf der Tagesordnung. In Österreich wird über ein Verbot nachgedacht. In der Schweiz gibt es das bereits.

In Presseberichten wurden Einzelhändler zitiert, die verschiedene Sorten „Spice” (englisch für Gewürz) für rund 10 Euro pro Gramm im Angebot haben. Die angeblich große Nachfrage können die Läden den Berichten zufolge wegen Lieferschwierigkeiten ausländischer Produzenten nicht befriedigen.

Beobachter der Szene hegen Zweifel, ob solchen Modedrogen der Garaus zu machen ist, da sie in immer neuen Varianten angeboten würden. Unklar ist auch, ob die laufenden Prüfungen tragfähige Ergebnisse bringen, da die Datenlage wohl dünn ist. Das Gros der Daten kommt aus den einzelnen Bundesländern. Das federführende Bundesinstitut für Risikobewertung hat den gesetzlichen Auftrag, über mögliche, identifizierte und bewertete Risiken zu informieren, die Lebensmittel, Stoffe und Produkte für den Verbraucher bergen können.