1. Leben
  2. Gesundheit

München: Baden im Pool: Der Sprung ins kühle Nass kann krank machen

München : Baden im Pool: Der Sprung ins kühle Nass kann krank machen

Es gibt kaum Schöneres, als sich an einem heißen Tag mit einem Sprung ins Wasser zu erfrischen. Oft nutzt man dazu Swimmingpool oder Schwimmbad. Doch so völlig ungetrübt sei das Vergnügen nicht immer, warnt Prof. Thomas Löscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Denn im kühlen Nass tummeln sich manchmal nicht nur Badende, sondern auch krankmachende Bakterien und sogar Parasiten. Nicht immer liegt es also am Essen, wenn man im Urlaub krank wird. Manche Krankheitserreger können in gechlortem Wasser überleben und zu Darminfektionen führen.

„Bei den Bakterien handelt es sich in der Regel um Salmonellen oder Coli-Bakterien. Und die werden von den Menschen selbst ins Wasser gebracht”, erklärt Löscher. Insbesondere in warmem Wasser können die Bakterien sich dann gut vermehren - und dadurch für die Badenden gefährlich werden.

Etwas anders sieht es bei dem Parasiten Cryptosporidium aus: „Während bei den Bakterien erst eine relativ große Menge den Menschen krank macht, kann bei den Cryptosporidien schon ein einziger ausreichen.” Das Problem sei dabei, dass sich die Einzeller außerhalb des Körpers einkapseln und deshalb durch die relativ niedrigen Mengen Chlor im Wasser nicht abgetötet werden. Wenn man sie mit dem Wasser verschluckt, können sie Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Fieber hervorrufen.

Gesunde Menschen erholen sich meist von alleine wieder, wobei das durchaus einige Zeit dauern kann. Bei einem geschwächten Immunsystem ist die Infektion jedoch sehr gefährlich und kann lebensbedrohlich werden. „Menschen mit einer Abwehrschwäche sollten deshalb öffentliche Schwimmbäder oder Swimmingpools eher meiden”, rät der Mediziner.

Auf jeden Fall sollten sie sich über die Art der Reinigung des Wassers informieren. Denn den Bakterien und vor allem den Cryptosporidien kann man mit anderen Mitteln beikommen: „Wenn das Wasser zusätzlich durch UV-Bestrahlung oder Ozonbehandlung gereinigt wird, können auch widerstandsfähige Erreger beseitigt werden”, so Löscher.

Um den Urlaub ungetrübt verbringen zu können, sollten Badefreunde deshalb möglichst nur in Anlagen mit hohen Hygienestandards schwimmen gehen. Vorsicht ist geboten, wenn sich Beläge auf den Fliesen oder Schwebstoffe im Wasser befinden. Beides sind Zeichen für schlechte Wasserqualität.

Doch auch man selbst sollte dafür sorgen, dass das Wasser sauber bleibt. Denn gegen die Verbreitung von Bakterien und Parasiten im Pool hilft vor allem eine gute Körperhygiene. Das Duschen vor dem Schwimmen und das gründliche Händewaschen nach dem Toilettengang sollten selbstverständlich sein. Und wer schon eine Magen-Darm-Erkrankung hat, muss unbedingt den anderen Badegästen zuliebe auf den Sprung in den Pool verzichten.