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Homburg: Auch harmlose Infekte können den Herzmuskel schwächen

Homburg : Auch harmlose Infekte können den Herzmuskel schwächen

Sport treiben ist gesund, aber nur dann, wenn man auch wirklich kerngesund ist und keinen Infekt mit sich herumschleppt. „Wer eine Grippe oder eine andere Infektion mit Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit hat, gehört ins Bett und soll sich in Ruhe auskurieren”, sagt der Kardiologe Prof. Michael Böhm von der Klinik für Innere Medizin an der Uniklinik Homburg/Saar.

Und das gelte nicht nur für einen Infekt mit hohem Fieber.

Gerade ältere Patienten bekämen oft kein oder nur leichtes Fieber, aber auch diese vermeintlich harmlosen Infekten könnten den Herzmuskel angreifen und zu einer Herzmuskelentzündung, einer sogenannten Myokarditis, führen. Die häufigsten Ursachen einer solchen Entzündung sind Infektionen durch Viren wie bei einer Grippe oder einer Magen-Darm-Infektion.

Wer geschwächt Sport treibt, riskiert sein Leben

„Viele Patienten bemerken die Herzmuskelentzündung nicht und riskieren ihr Leben, wenn sie krank oder noch geschwächt Sport treiben”, sagt Böhm. Im schlimmsten Fall drohe der plötzliche Herztod, aber auch eine massive Herzschwäche könne die Folge sein. „Körperliche Belastungen müssen so lange warten, bis alle Begleitsymptome wie beispielsweise Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber abgeklungen sind und man sich wieder richtig wohlfühlt”, sagt Böhm.

Besondere Vorsicht sei geboten, weil es nicht das eine Symptom gibt, das spezifisch für eine Herzmuskelentzündung ist. Abgeschlagenheit und allgemeine Schwäche, Herzrhythmusstörungen, Luftnot oder Schmerzen in der Brust könnten auf eine Entzündung hinweisen. „Treten diese Symptome im zeitlichen Zusammenhang mit einer viralen Infektion auf, besteht der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung”, sagt Böhm.

Nach einer Herzmuskelentzündung drei Monate Schonzeit

Bisher könne man nur die Symptome der Herzmuskelentzündung behandeln, nicht die Ursachen. „Es werden entzündungshemmende Medikamente gegen einen eventuell begleitenden Herzbeutelerguss und zur Linderung von Brustschmerzen eingesetzt”, sagt Böhm. Außerdem könnten ACE-Hemmer und Betablocker gegen eine eventuell bestehende Herzschwäche verschrieben werden.

Neben der medikamentösen Behandlung sei es für Patienten mit einer Myokarditis wichtig, sich drei Monate konsequent schonen. „Viel Ruhe, keine körperliche Belastung, keinerlei Sport oder Ausdauertraining”, sagt Böhm. „Nehmen Sie den Fahrstuhl statt der Treppe und verzichten Sie auf schwere körperliche Arbeit.”