Hamburg/Berlin: Auch die Hausapotheke braucht jetzt einen Frühjahrsputz

Hamburg/Berlin: Auch die Hausapotheke braucht jetzt einen Frühjahrsputz

Schranktüren und Schubladen auf, rümpeln und raus - zum Frühjahrsbeginn wird so manches Haus auf den Kopf gestellt.

Auch der Arzneischrank sollte bei der Gelegenheit mal ordentlich ausgemistet werden, rät Ursula Sellerberg, Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. „Viele Hausapotheken beherbergen noch uralte Präparate, die niemand mehr einnehmen darf.”

Das Prinzip des Entrümpelns ist einfach: „Erstmal muss alles raus!” Die Expertin empfiehlt, zunächst die Verwendbarkeitsdaten zu überprüfen. Bei so manchem „Schätzchen” stellt sich dann heraus: Es hat gar keines! „Das bedeutet nicht, dass dieses Medikament ewig haltbar ist, sondern dass es schon ewig abgelaufen ist”, sagt Sellerberg.

Die Pflicht des Verwendbarkeitsdatums ist für den Handel nämlich erst in den 90er Jahren eingeführt worden. „Da können Sie sich ausrechnen, wie alt die Medikamente ohne Datum sind.”

Danach sei es sinnvoll, die Präparate selbst auf den Prüfstand zu stellen: Brauche ich noch die Magentabletten, obwohl die Magenprobleme schon seit Monaten weg sind? Sellerberg rät dazu, alle Salben, Tabletten und Säfte, die für spezielle Erkrankungen aus der Vergangenheit benutzt wurden, jetzt aber nicht mehr gebraucht werden, auch zu entrümpeln: „Es ist sinnlos, solche Sachen auf Vorrat zu horten, wenn der Arzt beim nächsten Mal sowieso etwas anderes verschreibt.”

Das gelte auch für Produkte, die erst seit kurzem abgelaufen sind. „Viele glauben, eine Woche über dem Verwendbarkeitsdatum spiele keine Rolle”, sagt Sellerberg. „Tatsächlich könnten sich aber zu diesem Zeitpunkt schon Giftstoffe gebildet oder die Wirkung könnte nachgelassen haben.” Angebrochene Arzneien wie Augentropfen oder Hustensäfte sollte man generell spätestens vier bis sechs Wochen nach Anbruch wegwerfen.

Die so ausgemisteten Medikamente können im Hausmüll entsorgt oder bei einer Apotheke abgegeben werden, sagt Sellerberg: „Größere Mengen sollten aber besser einer Schadstoffannahmestelle übergeben werden.” Auch Quecksilberthermometer gehören nicht in den Hausmüll, denn Quecksilber ist hochgiftig und muss als Sondermüll entsorgt werden.

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