1. Leben
  2. Gesundheit

Bonn: Auch bei Bluthochdruck ist Kaffee in Maßen kein Problem

Bonn : Auch bei Bluthochdruck ist Kaffee in Maßen kein Problem

Kaffee ist nicht zuletzt wegen seiner anregenden Wirkung sehr beliebt, denn das enthaltene Koffein stimuliert das Zentralnervensystem und beschleunigt den Puls. Doch genau das bereitet Menschen mit Bluthochdruck oder Herzproblemen häufig Kopfzerbrechen.

Darf ich überhaupt noch Kaffee trinken oder sollte ich lieber auf koffeinfreie Produkte umsteigen?

„Auch wer Bluthochdruck hat, muss nicht prinzipiell auf Kaffee verzichten”, kann Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl die Kaffeefans beruhigen: „Erstens reagiert jeder Mensch unterschiedlich stark auf Koffein. Und zweitens tritt bei regelmäßigem Kaffeegenuss ein Gewöhnungseffekt ein.” Für Gesunde gelten bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag als verträglich, das entspricht etwa 300 bis 350 Milligramm Koffein.

Eine einmalige Koffeingabe von 250 Milligramm kann dabei für bis zu drei Stunden einen Blutdruckanstieg bewirken. „Wer sensibel auf Koffein reagiert, sollte sich daher vorsichtshalber von seinem Arzt beraten lassen, wie viel er oder sie trinken darf.”

Eine Alternative für besonders Vorsichtige kann die koffeinfreie Variante sein. So ganz hemmungslos sollte man aber auch dabei nicht dem Heißgetränk frönen, denn der Begriff „koffeinfrei” ist nicht ganz korrekt: „Koffeinfreier Kaffee kann technisch nicht hergestellt werden, auch die sogenannten entkoffeinierten Varianten enthalten immer einen Restgehalt von etwa einem Gramm pro Kilo Kaffeepulver oder Kaffeebohnen”, warnt Gahl.

Ob das Getränk magenschonend ist, hängt übrigens nicht vom Koffeingehalt ab, sondern vom Anteil der Säuren und der gelösten Bitter- und Gerbstoffe. Espresso ist daher besonders bekömmlich: Die Bohnen werden stärker und länger geröstet, wodurch es Säuren und anderen reizenden Substanzen an den Kragen geht. „Außerdem ist die Filterzeit kürzer, und es werden weniger Bitter- und Gerbstoffe herausgelöst”, ergänzt Gahl.