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Neu-Isenburg: Auch ältere Menschen können Organe spenden

Neu-Isenburg : Auch ältere Menschen können Organe spenden

Eine Organtransplantation ist für Ärzte heute praktisch ein Routineeingriff. Dank moderner Medizin lässt sich selbst das Herz oder die Lunge verpflanzen. Doch was den deutschen Kliniken zur Versorgung ihrer schwerkranken Patienten fehlt, sind die Spender.

„Gerade ältere Menschen wissen häufig nicht, dass auch sie nach ihrem Tod noch Leben retten können”, sagt Professor Günter Kirste, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Bis in die 90er Jahre gingen Ärzte davon aus, dass Organspender nicht älter als 55 Jahre sein sollten.

„Aus heutiger Sicht war diese Einschätzung falsch”, betont der Mediziner. Zweifellos eigneten sich die Organe junger Menschen am besten. Angesichts des nach wie vor „eklatanten Mangels” an Spendern seien Ärzte aber auch für jedes betagtere Organ dankbar. Gewiss werde man einem jungen Mann kaum das Herz eines 90-Jährigen verpflanzen.

Andere Organe wie die Hornhaut der Augen blieben dagegen in der Regel bis ins im hohe Alter voll funktionstüchtig: „Es kommt generell nicht auf das Alter des Patienten, sondern auf den Zustand seiner Organe an”, unterstreicht Kirste. Bevor ein Organ für die Spende freigegeben wird, gibt es eine Reihe von Voruntersuchungen.

Eine Leber oder Niere kommt etwa nur infrage, wenn die Laborwerte in Ordnung sind. In Deutschland warten nach Angaben der DSO rund 12.000 schwer kranke Menschen auf ein Spenderorgan. Nur 4646 Organe konnten im vergangenen transplantiert werden. „Pro Tag sterben drei Menschen auf der Warteliste”, sagt Kirste. Der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung sei also groß.

Aber auch Ärzte behandelten das Problem nicht immer mit der notwendigen Sorgfalt. Obwohl Kliniken gesetzlich vorschrieben ist, am Hirntod verstorbene Patienten als potenzielle Organspender zu melden, wird dieser Pflicht laut Kirste häufig nicht nachgekommen.

Rechtliche Absicherung verschafft ein Organspendeausweis. Mit dem Dokument kann man der Spende uneingeschränkt zustimmen, diese auf bestimmte Organe beschränken oder ihr grundsätzlich widersprechen. Kostenlos bestellen lassen sich Organspendeausweise bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (dso.de).